Wie konnte er seiner Ehefrau so etwas antun?

Jürgen R. (38) soll seine eigene Frau misshandelt und vergewaltigt haben.
Jürgen R. (38) soll seine eigene Frau misshandelt und vergewaltigt haben.

Von Eric Hofmann

Görlitz - Erst als die Tochter zum Handy griff, ging das Martyrium zu Ende: Am Freitag musste sich Jürgen R. (38) vor dem Görlitzer Landgericht verantworten, weil er mehrfach über seine eigene Frau hergefallen, sie vergewaltigt und misshandelt haben soll.

Ein idyllisches Dörfchen in der Oberlausitz, keine 4000 Einwohner, jeder kennt jeden. Doch was hinter den Fassaden eines Einfamilienhauses über Jahre geschah, bemerkte wohl keiner.

„Es gab immer Streit, ich habe meine Eltern nie glücklich gesehen“, berichtet die gemeinsame Tochter (18). „Wir haben auch nie etwas zusammen unternommen oder sind in den Urlaub gefahren.“

Der Vater selbst gab zu, das komplette Geld der Familie in einem Safe aufbewahrt und allein bestimmt zu haben, wer etwas bekam.

Hinter diesen Mauern geschah über Jahre hinweg Schreckliches.
Hinter diesen Mauern geschah über Jahre hinweg Schreckliches.

Klingt heftig, doch die Staatsanwaltschaft wirft dem Metallbauer viel schlimmere Sachen vor, zu denen er allerdings schwieg.

So soll er seiner Frau (44) eine Salatgurke in den Intimbereich gerammt haben. Als sie sich wehrte, nur einen zynischen Spruch abgelassen haben: „Stell Dich nicht so bekloppt an und komm Deinen ehelichen Pflichten nach.“

Danach soll er sie ins Schlafzimmer geschleift, ans Bett gefesselt, sie mit einem Gürtel verdroschen und ihr in die Brust gebissen haben.

Der nächste Übergriff: Diesmal soll er ihr eine Kartoffel in den Anus, eine in die Vagina eingeführt haben. Die Frau durfte sie über Stunden nicht entfernen.

Ein andermal hat er sie laut Anklage - angeblich weil sie nicht gehorcht habe - in die Scheune geschleift, mit Seilen nackt an den Querbalken gefesselt und sie mit einem Gürtel verprügelt.

Danach wollte er sie mit einem Vibrator penetrieren. Als das nicht klappte, soll er sie damit grün und blau geschlagen haben.

Als er ihr erneut in die Brust biss, floh die Gattin ins Zimmer ihrer Tochter, rief mit deren Handy endlich die Polizei. Das vorläufige Ende des Dramas. Jetzt lebt die Frau zusammen mit ihren Töchtern in einer anderen Stadt.

Jürgen R. bleibt erstmal auf freiem Fuß. Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Christian Essler/ xcitePress


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