Kann Dulig die Bombardier-Jobs retten?

Spricht heute vor dem Görlitzer Werktor: Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) will mit Technologieförderung die Jobs retten.
Spricht heute vor dem Görlitzer Werktor: Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) will mit Technologieförderung die Jobs retten.

Von Alexander Bischoff

Görlitz - Die Wut ist groß, der Kampfgeist unerschütterlich: Die Mitarbeiter der sächsischen Bombardier-Werke Görlitz und Bautzen protestieren Donnerstag gegen die vom Konzern angekündigten Stellenstreichungen.

Der Einschnitt ist massiv: Die Jobs von 700 Leiharbeitern und 230 Beschäftigten der Stammbelegschaft will Bombardier in Görlitz und Bautzen streichen. „Weitere 80 bis 90 Stellen fallen in Sachsen weg, wenn der Engineering-Bereich ins Werk Hennigsdorf verlagert wird“, sagt Ostsachsens IG-Metall-Chef Jan Otto (35).

Donnerstag wird er vor dem Görlitzer Werktor die Belegschaft auf Kampf einschwören.

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) wird in Görlitz zu den Zugbauern sprechen.

Blick ins Bombardier-Werk Görlitz - allein hier sollen 500 Leiharbeiter-Stellen und 200 Jobs der Stammbelegschaft gestrichen werden.
Blick ins Bombardier-Werk Görlitz - allein hier sollen 500 Leiharbeiter-Stellen und 200 Jobs der Stammbelegschaft gestrichen werden.

Erst am Mittwoch hatte er sich erneut mit der Bombardier-Geschäftsführung zu Geheim-Gesprächen getroffen. Offenbar versucht Dulig, die Kanadier mit Technologieförderung zu ködern.

Wie das Ministerium auf Anfrage erklärte, sei man bereit, Wissenschaftsprojekte oder die Entwicklung von neuen Produkten und Fertigungsprozessen mit Fördermitteln zu unterstützen.

Apropos Fördermittel: Allein seit 2007 pumpte Sachsen in die beiden Bombardier-Standorte 1,2 Millionen Euro Landes- und rund sieben Millionen EU-Fördergelder (EFRE).

„Ich hoffe, dass der Minister die Bombardier-Chefs daran erinnert“, sagt Gewerkschafter Otto kämpferisch.

Fotos: dpa/A. Burgi, N. Neumann


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