Millionenfeuer im Industriegebiet: Anklage gegen Autoschrauber

Görlitz - Er wollte einen Tank "trockenlegen" und löste eins der größten Feuer seit Jahren in Görlitz aus. Jetzt hat der Staatsanwalt Anklage wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen Autoschrauber Lukas G. (32) erhoben.

Das alte Industriegebäude brannte im Februar lichterloh.
Das alte Industriegebäude brannte im Februar lichterloh.  © imago/lausitznews.de

Im Februar kämpften über Hundert Feuerwehrmänner stundenlang gegen die Flammen, die aus dem sogenannten Roscher-Gelände an der Reichenbacher Straße schlugen.

In dem historischen Industriegebäude aus Backstein, in dem rund 30 Firmen agierten, arbeitete auch Schrauber Lukas G., zerlegte ein Auto.

"Er wollte wohl den Kraftstoff ablassen", so Staatsanwalt Christopher Gerhardi.

Mit einem Akku-Schrauber rückte der Handwerker, der über ein Promille im Blut gehabt haben soll, dem Tank zu Leibe. Dabei entzündete sich das Benzin. Beim vergeblichen Versuch, das Feuer zu löschen, zog sich Lukas G. schwere Verbrennungen zu. Er kam in die Klinik. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Bis in die Nacht war die Feuerwehr vor Ort.

Das Ausmaß der Schäden ist enorm: "Allein am Gebäude entstand ein Schaden von 4,8 Millionen Euro", so Gerhardi, dessen Behörde den Gesamtschaden auf bisher 6,4 Millionen Euro schätzt.

Allein die notwendigen Abbrucharbeiten schlagen mit 850.000 Euro zu Buche und die bisherigen Entsorgungskosten belaufen sich auf 150.000 Euro. Die gute Nachricht: Viele Firmen ziehen nach und nach wieder ein, bleiben dem Standort treu.

Die Anklage gegen Lukas G. wegen fahrlässiger Brandstiftung liegt nun im Amtsgericht Görlitz. Kommt es dort zum Prozess, droht dem Schrauber maximal eine Haftstrafe von vier Jahren. Das wäre die höchste Strafe, die ein Schöffengericht verhängen kann.

Dicke Rauchschwaden zogen damals über Görlitz hinweg.
Dicke Rauchschwaden zogen damals über Görlitz hinweg.  © imago/lausitznews.de

Titelfoto: imago/lausitznews.de

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