Autoklau per Funksignal: Großrazzia gegen Hightech-Bande in Sachsen

Görlitz - Schlag gegen Hightech-Autohacker: Seit einem Jahr hat sich eine polnische Bande auf den Klau schlüsselloser Autos spezialisiert.

Neun Objekte durchsuchten die Einsatzkräfte in Polen, Bayern und Sachsen.
Neun Objekte durchsuchten die Einsatzkräfte in Polen, Bayern und Sachsen.  © Tino Plunert

Im großen Stil fängt diese die Funksignale der Transponder ab, klaut damit Fahrzeuge der Marken Audi, Porsche, Mercedes, BMW und Ford. Bei einer Großrazzia konnten nun fünf Mitglieder verhaftet werden, doch damit ist die Bande noch längst nicht zerschlagen.

In Nürnberg, Görlitz und Polen schlugen deutsche und polnische Polizisten zu, durchsuchten insgesamt neun Objekte. Fünf mutmaßliche Banden-Mitglieder konnten verhaftet werden, weitere Gesuchte waren aber nicht vor Ort.

Die Fahnder stellten 30 Handys, Schlüsselrohlinge sowie diverse Technik sicher. Konnten bei der ersten Razzia weder Fahrzeuge noch Teile gefunden werden, fanden die Polizisten diesmal Airbags. Außerdem konnte Vermögen im Wert von 1,7 Millionen Euro sichergestellt werden.

Spätestens seit dem vergangenen August sind die Fahnder den fortschrittlichen Autodieben auf der Spur. Damals wurde von der Bande der Audi des Löbauers Ray W. (48) geklaut - mit ihrer üblichen Funk-Masche. Ihr Pech: Das geklaute Auto entdeckten Polizisten kurz darauf auf den Neißewiesen.

Einer der drei Ganoven, ein 26-Jähriger, konnte noch vor Ort festgenommen. Ein wichtiger Fang, denn im Januar schnappte die Polizei bei einer Razzia in Piensk und Bogatynia (Polen) zwei weitere Diebe (27,24). Einer davon hatte Rays Wagen und 15 weitere gehackt.

Sachsens LKA-Chef Petric Kleine (55) ist mit der jüngsten Zugriffsaktion zufrieden. "Die internationale Zusammenarbeit ist Garant für eine nachhaltige Bekämpfung international agierender Banden."

Handys, Technik, Nummernschilder und Geld stellten die Fahnder sicher.
Handys, Technik, Nummernschilder und Geld stellten die Fahnder sicher.  © Landeskriminalamt Sachsen
LKA-Chef Petric Kleine (55) freut sich über die internationale Zusammenarbeit.
LKA-Chef Petric Kleine (55) freut sich über die internationale Zusammenarbeit.  © Thomas Türpe
Der polnischen Bande wird vorgeworfen, die Signale des Transponders ausgelesen und damit dann Autos geklaut zu haben.
Der polnischen Bande wird vorgeworfen, die Signale des Transponders ausgelesen und damit dann Autos geklaut zu haben.  © Evgenii Kleymenov/123RF
Der Löbauer Ray W. (48) hat seinen Audi mittlerweile mit einem Parkbügel gesichert.
Der Löbauer Ray W. (48) hat seinen Audi mittlerweile mit einem Parkbügel gesichert.  © Matthias Weber

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