14-Stunden-Krimi in Görlitz! Kühe brechen aus und liefern sich irres Duell mit der Polizei!

Görlitz - Zu einer tierischen Verfolgungsjagd kam es am späten Montagnachmittag in Görlitz. Bis in die Morgenstunden hielten vier Kühe Anwohner, Reisende sowie Polizisten und Feuerwehrleute mächtig auf Trab, nachdem sie von ihrem Bauernhof in Markersdorf ausgebüchst waren.

Zunächst umzingelt, lste sich die Kuh wieder aus der Umklammerung der Beamten und setzte ihre Flucht fort
Zunächst umzingelt, lste sich die Kuh wieder aus der Umklammerung der Beamten und setzte ihre Flucht fort  © Danilo Dittrich

Doch der Reihe nach: Zunächst gingen bei den Beamten gegen 16 Uhr am Nachmittag Anrufe von Passanten ein, es würden sich freilaufende Kühe mitten auf der Straße befinden. Was sich zunächst wie ein schlechter Scherz anhörte, entwickelte sich in der Folge fast schon zu einem Vorabend-Krimi.

Infolge der Anrufe rückten Feuerwehr und Polizei aus, um die je zwei Kühe und Kälber wieder einzufangen. Doch dieses Vorhaben entpuppte sich letztlich als wahre "Herkuhles-Aufgabe"!

Nachdem eine Kuh und ein Kalb des flüchtigen Milch-Quartetts gegen 17 Uhr vom Besitzer eingefangen werden konnten, machte es das andere Muh-Duo deutlich geschickter.

Über die Bundesstraße 6 ging es für ein Kalb in Richtung des Gleisbereiches Wiesbadener Straße. Die Behörden versuchten neben der Verfolgung der sich inzwischen voneinander getrennten Tiere, weiterhin einen sachkundigen Tierarzt aufzutreiben - doch auch das gestaltete sich unerwartet schwierig.

Das Kalb befand sich wenig später in den Gleisen im Bereich der Wiesbadener Straße. Die Bahnstrecke zwischen Dresden und Görlitz musste zeitweise sogar stillgelegt werden. Da sich Kuh und Kalb trennten, teilten sich die Einsatzkräfte letztlich ebenfalls in mehrere Gruppen auf, so Augenzeugenberichten zufolge.

Gegen 18 Uhr endlich ein Tierarzt gefunden, Kuh lässt unterdessen Pferde frei

Der von der Kuh beschädigte Streifenwagen der Polizei.
Der von der Kuh beschädigte Streifenwagen der Polizei.  © Danilo Dittrich

Nachdem aufgrund der Stilllegung der Strecke die Züge letztlich nicht mehr fuhren, machte sich die andere Kuh zu Fuß auf den Weg in Richtung Görlitz.

Wie eine Sprecherin der Polizei auf TAG24 Nachfrage bestätigte, war sie wohl fest entschlossen, sich ins Zentrum der deutsch-polnischen Grenzstadt aufzumachen.

Ihr Ziel fest im Blick, ließ sie sich auch von diversen Streifenwagen nicht aufhalten, rammte einen sogar gegen 17.50 Uhr vorne rechts und beschädigte dabei den Scheinwerfer des Autos - unerlaubtes Entfernen vom Tatort inklusive, versteht sich.

Gegen 18 Uhr gab es dann für die Beamten einen ersten Lichtblick: Es konnte endlich ein Tierarzt aufgetrieben werden! Dieser machte sich in der Folge auf den Weg. Unterdessen setzte die Terror-Kuh ihre Wanderung über die Görlitzer Altstadt fort. Nach erledigter Sightseeing-Tour begab sie sich anschließend auf die Neiße-Wiesen.

Auf diesen angekommen, kam es zum nächsten Highlight in der "Soko-Muh": So überzeugte sie auf ihrer Unabhängigkeits-Tour noch vier Pferde, die auf einer Koppel nahe der Kläranlage verweilten, vom süßen Duft der Autarkie und befreite diese.

Die vier Pferde waren jedoch bei weitem nicht so ausdauernd wie der Wiederkäuer: Gegen 19.20 Uhr wurden sie wieder eingefangen und zurückgebracht auf ihre Koppel.

Kriminelle Kuh taucht in Polen unter

In der Dunkelheit suchte unter anderem die Feuerwehr zunächst vergeblich nach der noch verschollenen Kuh.
In der Dunkelheit suchte unter anderem die Feuerwehr zunächst vergeblich nach der noch verschollenen Kuh.  © Danilo Dittrich

Die Kuh hingegen begab sich dann ins feuchte Terrain. Durch die Neiße stapfte sie über die Grenze nach Polen und verschwand dort in der inzwischen angebrochenen Dunkelheit.

Unterdessen hielt auch das Kalb die Menschen in und um Görlitz auf Trab. Wie die Polizei mitteilte, musste man das Tier letztlich bedauerlicherweise Nahe des Betonwerks in Girbigsdorf aus "gefahrenabwehrrechtlichen Gründen erschießen".

Die Lage beruhigte sich, wenngleich auch die sich in Polen abgesetzte Kuh noch immer nicht gefunden werden konnte.

Gegen 3.50 Uhr (!) dann die Wende im Kuh-Krimi!

Das Tier hat den Weg zurück in die Bundesrepublik geschafft, wurde um 4 Uhr morgens wieder in Görlitz gesichtet. Der Tierarzt machte sich abermals auf den Weg. Gegen 5.15 Uhr beschoss er sie dann mit einer Betäubung - mit Erfolg.

Etwa 15 Minuten später war dann die wilde Reise zu Ende. Nach insgesamt fast 14 Stunden auf der Flucht, wurde die Kuh dann endlich eingefangen und zurückgebracht nach Markersdorf.

Der "Görlitzer Tatort" feierte im Anschluss das Ende eines Kuh-Spektakels in Spielfilmlänge.

Da wird einem doch die Milch im Kaffee sauer. Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun.
Da wird einem doch die Milch im Kaffee sauer. Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun.  © Danilo Dittrich
Platz da...
Platz da...  © Danilo Dittrich
Die Kuh auf dem Weg durch die Görlitzer Altstadt.
Die Kuh auf dem Weg durch die Görlitzer Altstadt.  © Danilo Dittrich

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