Lebenslang für den Kindermörder von Fischbach

Shaip B. steuerte sein Auto gegen diesen Baum. Die Kinder hatten keine Chance.
Shaip B. steuerte sein Auto gegen diesen Baum. Die Kinder hatten keine Chance.

Von Steffi Suhr

Görlitz - Lebenslang wegen Mordes an den eigenen Kindern! Das Landgericht Görlitz verurteilte soeben Shaip B. (46). Er hatte in voller Absicht einen Unfall verursacht, bei dem seine Kinder Laura (4) und Ramos (5) starben.

Am 27. September 2015 lenkte der gebürtige Kosovare seinen BMW X5 auf der B6 bei Fischbach mit fast 170 km/h gegen einen Baum. Im Wagen schliefen zu dem Zeitpunkt Laura und Bruder Ramos in ihren Kindersitzen.

Das Fahrzeug wurde regelrecht zerfetzt, Trümmerteile auf 150 Meter verteilt. Die Kinder hatten keine Chance, waren sofort tot. Shaip B. dagegen erlitt nur Blessuren.

Laut Staatsanwalt hatte der Vater aus Rache gehandelt. Noch-Ehefrau Madlen B. (46) hatte Shaip B. nur Tage zuvor verlassen, war mit den Kindern in ein Frauenhaus gezogen.

Immerhin durfte er die Kinder sehen, wie am Tag des Unglücks. Shaip B. war mit ihnen vor der Tat noch fünf Stunden bei McDonald's. „Als Abschiedsessen“, sagte der Täter im Prozess, der beteuerte, er habe mit den Kindern sterben wollen, sei in einer Ausnahmesituation gewesen.

Richter Theo Dahm (55) und seine Kammer sahen dagegen nicht nur den Doppelmord als erwiesen. Die Juristen erkannten sogar die Schwere der Schuld an. Das heißt: Er hat keine Chance auf eine nachträgliche Verkürzung der Haftzeit.

Anwalt Michael Sturm kündigte bereits an, gegen das Urteil in Revision zu gehen.

Shaip B. vor Gericht.
Shaip B. vor Gericht.
Die Unfallstelle ein paar Wochen später.
Die Unfallstelle ein paar Wochen später.

Fotos: Ove Landgraf, dpa


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