Beet geplündert, Passant vermöbelt, Stinkefinger vor Gericht: Tulpen-Dieb verurteilt!

Görlitz - Der Gattin Blumen zu bringen, war grundsätzlich ja eine gute Idee. Doch Daniel T. (27) klaute die Tulpen aus einem Beet in Görlitz und schlug auch noch einen Zeugen nieder! Am heutigen Freitag saß der verhinderte Blumenkavalier vorm Amtsrichter in Görlitz.

Die Blumen-Rabatten am Wilhelmsplatz in Görlitz laden zum Verweilen und Pausieren. Daniel T. (27) riss hier haufenweise Tulpen raus.
Die Blumen-Rabatten am Wilhelmsplatz in Görlitz laden zum Verweilen und Pausieren. Daniel T. (27) riss hier haufenweise Tulpen raus.  © Peter Schulze

An den 4. Mai erinnert sich Jörg S. (46) nur ungern. Der EU-Rentner sah aus dem Fenster und beobachtete, wie der Koch aus Polen gut 30 Tulpen samt Zwiebel am Wilhelmsplatz aus den Rabatten riss.

"Ich dachte, ich kann das selber klären, rief deshalb nicht die Polizei", so der schmächtige Jörg, der die Handykamera zückte, auf den Dieb zuging, sich derlei Vandalismus verbat.

Doch Daniel T., der mit den Blumen seinen Ehekrach schlichten wollte, war auf Krawall gebürstet: "Er kam auf mich zu, schlug mich überall. Auch noch als ich am Boden lag. Und er schmiss einen Stein nach mir", so der Zeuge, der zahlreiche Prellungen erlitt, bis heute Schmerzmittel nimmt. Außerdem nannte ihn der Angreifer "Scheiß Deutscher" und "Nazi".

Der dreifache Vater Daniel räumte die Tat ein. Er jobbte einst in Görlitz. Als aber das Video in den sozialen Netzwerken auftauchte, wurde er sofort gefeuert.

Der Richter verurteilte ihn zu neun Monaten Haft, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus. Dafür muss Daniel seinem Opfer 1300 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Jörg S. (46) wurde von dem Blumendieb mächtig vermöbelt, leidet bis heute unter der Attacke.
Jörg S. (46) wurde von dem Blumendieb mächtig vermöbelt, leidet bis heute unter der Attacke.  © Peter Schulze
So viel zum Thema Reue: Noch in Handschellen und auf der Anklagebank zeigte Daniel T. (27) Prozessbeobachtern den Stinkefinger.
So viel zum Thema Reue: Noch in Handschellen und auf der Anklagebank zeigte Daniel T. (27) Prozessbeobachtern den Stinkefinger.  © Peter Schulze