Sachsens letzter Plakatmaler lässt seinen Pinsel ruhen!

Görlitz - Er ist der Letzte seiner Art, nun geht er in Rente: Jahrzehntelang bannte Klaus Rotter (68) die großen Blockbuster auf Leinwand, pinselte zum Beispiel James-Bond-Darsteller Daniel Craig (50). Seine Werke schmückten zumeist den Eingang über dem Filmpalast Görlitz.

Klaus Rotter (68) hat in seinem Berufsleben mehr als 1000 Filmplakate gemalt.
Klaus Rotter (68) hat in seinem Berufsleben mehr als 1000 Filmplakate gemalt.  © Petra Hornig

"Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Plakate ich wirklich gemalt habe", erzählt Rotter. "Aber mehr als 1000 waren es auf alle Fälle in den mehr als 40 Jahren." Ob James Bond oder Harry Potter, besonders nach der Wende malte Rotter die ganz großen Schauspieler.

Gerade das war aber auch eine Schwierigkeit. "War der Darsteller sehr bekannt, musste ich doppelt aufpassen, ihn möglichst detailliert zu zeichnen." Am Ende sollte es ja authentisch aussehen.

Zwischen zwei und vier Wochen arbeitete der Maler an seinen Werken. Die waren immer dreiteilig, insgesamt mehr als drei Meter hoch und 4,65 Meter breit. "Einen Kinowerbemaler wie mich gibt es, so glaube ich, nur noch am Zoopalast in Berlin. Mein Beruf ist einfach aus der Mode gekommen."

Die Filmverleihe sorgen mittlerweile selbst für geeignete Plakate, Maler leisten sich die Kinos nicht mehr.

Wirkliche Vorgaben für seine Motive bekam Rotter nie, seine Ideen konnte er sich aber auch nicht selbst suchen. "Die Filme durfte auch ich vorher nicht sehen." Deshalb schaute er früher in Programmheften nach Inspiration, später einfach in den Trailern zu den Neuerscheinungen.

Seinen Beruf erlernte der Görlitzer in den 70er Jahren in Zittau, machte in den Robur-Werken eine Ausbildung zum Schrift- und Grafikmaler. Rotter will auch im Ruhestand weiter malen. "Aber nicht mehr so großformatig ..."

Ob die Piraten von "Fluch der Karibik", "Hulk" oder die verrückten Tiere aus dem Animationsstreifen "Madagascar", allen hauchte Rotter Leben ein. Seine Werke zierten den Eingang vom Görlitzer Filmpalast.
Ob die Piraten von "Fluch der Karibik", "Hulk" oder die verrückten Tiere aus dem Animationsstreifen "Madagascar", allen hauchte Rotter Leben ein. Seine Werke zierten den Eingang vom Görlitzer Filmpalast.  © Petra Hornig

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