Sächsische Straftäter dürfen pilgern

Die beiden Sozialarbeiter Ramona Schreiber (50) und Jan Mauersberger aus Görlitz.
Die beiden Sozialarbeiter Ramona Schreiber (50) und Jan Mauersberger aus Görlitz.

Von Hermann Tydecks

Görlitz - In der Lausitz können junge Kriminelle ihre Strafe "abpilgern"! In Begleitung von Sozialarbeitern laufen die Straftäter einen Pilgerweg und arbeiten sich an verschiedenen Stationen ab. So sollen sie auf den rechten Pfad zurückgeführt werden.

Einen Tag laufen, einen Tag gemeinnützige Tätigkeiten leisten: Junge Straftäter (18-21), die wegen Delikten wie Diebstählen oder Drogenmissbrauchs verurteilt wurden, können beim Projekt "Pilger- und Arbeitsweg" bis zu 60 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

"Sie sollen dabei in sich gehen, über ihr Leben und Zukunft nachdenken", erklärt Sozialarbeiterin Ramona Schreiber (50) vom Trägerverein Internationaler Bund in Görlitz.

Die Muschel als Wegweiser der Via Regia. Die Verurteilten sollen laufen und arbeiten, so auf den rechten Pfad zurück finden.
Die Muschel als Wegweiser der Via Regia. Die Verurteilten sollen laufen und arbeiten, so auf den rechten Pfad zurück finden.

Im April soll die zweite 5-Tage-Tour entlang der Pilgerstrecke Via Regia losgehen.

Die erste Wallfahrt mit zwei Straftätern war ein voller Erfolg: "Wir pilgerten im Herbst von Bautzen nach Görlitz. Die Straftäter reinigten in Gröditz das Kirchengelände, befreiten in Königshain Beete vom Laub", erinnert sich Ramona Schreiber.

"Es ging ihnen an die Substanz. Doch sie wurden von Tag zu Tag stolzer, hielten durch und sind bis heute nicht wieder auffällig geworden!"

Das Pilger-Projekt für Straftäter wurde 2011 von Sven Enger von der Sächsischen Jugendstiftung entwickelt und auch bereits ausgezeichnet.

Fotos: Jens Trenkler, dpa/Peter Steffen


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