Serien-Brandstifter verurteilt: Koch-Lehrling ließ zehnmal was anbrennen

Görlitz - Lauben, Container, Reifenstapel. Vor Immanuel T. (20) war im Sommer 2017 in Görlitz nichts sicher. Jetzt bekam der Koch-Azubi im Amtsgericht die Quittung für zehn nachgewiesene Brände.

Immanuel T. (20) war bisher nicht vorbestraft. Nun wurde er als Zündler verurteilt.
Immanuel T. (20) war bisher nicht vorbestraft. Nun wurde er als Zündler verurteilt.  © Holm Helis

"Ich war das", gestand Immanuel, der von Mai bis Juli die Feuerwehr auf Trab hielt. In mancher Nacht rasten die Retter von Rauchsäule zu Rauchsäule. "Ich war feiern. Auf dem Rückweg zündelte ich was mit dem Feuerzeug an und ging heim. Einfach so."

Dabei entstand ein Schaden von mehr als 20.000 Euro: Gartenlauben und Garagen fackelten komplett ab, Container wurden demoliert, Mülltonnen schmolzen.

Als an der Skaterbahn ein Reifenstapel brannte, ging auch ein Baum in Flammen auf. Teilweise mehr als 50 Kameraden waren bei den Bränden im Einsatz.

Die Serie hörte auf, als der Zündler eine Lehre in Chemnitz anfing. "Vorher wusste ich nicht, was die Zukunft bringt."

Ende Juli 2017 fackelten mehrere Gartenlauben Am Ziegelberg ab.
Ende Juli 2017 fackelten mehrere Gartenlauben Am Ziegelberg ab.  © Danilo Dittrich

Und weiter: "Ich suchte eine Lehre, war unsicher, nach Chemnitz zu gehen. Ich hatte eben Probleme", so Immanuel, der die Lehre inzwischen schmiss und nun in der Lausitz Koch lernt.

"Müssen wir jetzt immer damit rechnen, dass was brennt, wenn Sie mal ein Problem haben?", fragte der Amtsrichter. "Nein", antwortete Immanuel. "Das hab ich hinter mir."

Hoffentlich: Der Zündler bekam 21 Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. "Noch eine Straftat und sie fahren ein", drohte der Richter, der Immanuel auch zu einem Bewährungshelfer schickte.

Übrigens: Die Versicherungen werden den Täter wohl in Regress nehmen. Und auch für die Feuerwehreinsätze könnte Immanuel zur Kasse gebeten werden.

Ende Juni blieb von einer anderen Laube Am Ziegelberg nur noch Schutt und Asche übrig.
Ende Juni blieb von einer anderen Laube Am Ziegelberg nur noch Schutt und Asche übrig.  © Danilo Dittrich

Titelfoto: Holm Helis, Danilo Dittrich

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