Alle wollen ihn als Bürgermeister, doch er darf nicht...

Horst Brückner ist Bürgermeister von Vierkirchen und Waldhufen - doch das darf er nicht!
Horst Brückner ist Bürgermeister von Vierkirchen und Waldhufen - doch das darf er nicht!

Von Eric Hofmann

Görlitz/Vierkirchen - Sieben Jahre war er das Oberhaupt zweier Gemeinden: Horst Brückner (63, parteilos) ist sowohl Bürgermeister von Waldhufen als auch von Vierkirchen. Doch im letzten Ort muss bald neugewählt werden - nicht, weil es die Vierkirchner so wollen, sondern weil es so in der Gemeindeordnung steht.

„Ich bin ja gar nicht angetreten“, sagt der Doppelbürgermeister, der am 28. Juni 55 Prozent bei der Bürgermeisterwahl in Vierkirchen holte. Allerdings gab es auch keine anderen Kandidaten, weshalb jeder Bürger einfach einen Namen auf Stimmzettel schreiben konnte.

Bei 555 gültigen Wahlstimmen gab‘s da nur einen: Horst Brückner.

Doch der darf nicht:

Im Jahr 2014 beschloss der Landtag, dass es keine Doppelbürgermeister mehr geben darf.
Im Jahr 2014 beschloss der Landtag, dass es keine Doppelbürgermeister mehr geben darf.

Im Jahr 2014 novellierte der Landtag die Sächsische Gemeindeordnung. Seit dem steht dort schwarz auf weiß: „Der Bürgermeister kann nicht gleichzeitig sonstiger Bediensteter oder Bürgermeister einer anderen Gemeinde sein.“

„Das war mir vorher klar“, so Brückner. „Ich habe die Wahl aber angenommen, weil mir der Wählerwille wichtiger war. Aber der Gesetzgeber hat eben anders entschieden.“ Deshalb prüfte die Kommunalaufsicht des Landkreises Görlitz die Wahl nur formal.

„Es war eigentlich klar, dass das der Gesetzlichkeit widerspricht“, sagt Landkreissprecherin Marina Michel. „Die Wahl war ohne Fehler, es wurde nur ein Kandidat gewählt, der das Amt nicht antreten kann.“

Also wurde debattiert und nun eine neue Wahl für den 14. Februar anberaumt. Bis 18. Januar können sich Kandidaten melden, ansonsten kann wieder jeder gewählt werden.

Und was wenn erneut die Mehrheit für Brückner stimmt?

„Ich habe mich noch nicht beschäftigt, ob ich die Wahl dann wieder annehme“, sagt der Noch-Doppelbürgermeister.

Fotos: Wolfgang Wittichen, Sebastian Kahnert/dpa


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