Märchenhaft: Weinberghaus Görlitz erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Görlitz - Drei Tage lang verwandelt sich das Weinberghaus in Görlitz in eine Märchenhütte. Denn am ersten Adventswochenende wird das Haus mit dem geselligen Treiben des Theaterlebens gefüllt.

Görlitz steht 'ne "Märchenhütte": Das Weinberghaus.
Görlitz steht 'ne "Märchenhütte": Das Weinberghaus.  © Bernd Schönberger

Das Monbijou Theater aus Berlin zeigt vom 30. November bis 2. Dezember die schönsten Märchen der Gebrüder Grimm. Und das nicht nur für Kinder, sondern auch in besonderen Vorstellungen für Erwachsene!

Dass das altehrwürdige Haus auf so zauberhafte Weise wiederbelebt wird, sei dem Zufall gedankt: "Ich habe nach einer Spieltstätte für unsere Märchen im Süden der ehemaligen DDR-Gebiete gesucht. Der Fund war ein großer Zufall", erzählt Christian Schulz, Direktor des Monbijou Theaters gegenüber TAG24.

Eigentlich wollte Schulz seine eigene Märchenhütte mit nach Sachsen bringen, aber: In Görlitz "steht schon eine", wie er sagt, nämlich das Weinberghaus, 1889 gebaut. Das gehörte früher einmal den Freunden des Riesengebirges, die von da oben nach dem Berggeist des Riesengebirges, Rübezahl, Ausschau hielten. Neuer Hausherr ist Philipp Metz. Und mit dem traf sich Christian Schulz kurzum, die Männer wurden sich schnell einig.

Obwohl das Haus seit Jahren leer steht - Metz hat es mittlerweile instand setzen lassen -, ist es in den Köpfen der Görlitzer noch sehr präsent, ein Ort der Erinnerung eben. Früher wurde hier getanzt, gelacht und gefeiert. Zum Tag des offenen Denkmals kamen in diesem Jahr über 2000 Leute.

Märchen bringen die leeren Räume zum Leuchten

Eines der beliebtesten Stücke ist "Rotkäppchen".
Eines der beliebtesten Stücke ist "Rotkäppchen".  © Bernd Schönberger

"Als ich auf dieses Haus entdeckt habe, dachte mir gleich, dass das doch eine potenzielle Märchenhütte ist. Ich bin nicht religiös. Trotzdem möchte ich Gott danken, dass ich durch Zufall drauf gestoßen bin", schwärmt Christian Schulz über das kurzfristig neue Zuhause für die Märchen, die die leeren Räume wieder zum Leuchten bringen werden.

Und wer Christian Schulz kennt, der weiß, dass er schon weitere Pläne im Kopf hat. Denn am liebsten würde er hier auch gleich noch ein Filmfest veranstalten oder eine Ballet-Gruppe auftreten lassen.

In Berlin gehört die Märchenhütte, die die winterliche Schwester des sommerlichen Monbijou Theaters ist, längst zu den Kult-Spielstätten für Kinder und Erwachsene. Ihre Geschichte begann schon vor vielen Jahren im hintersten Winkel Polens.

Versteckt in einem Birkenwäldchen entdeckten die Theatermacher ein uraltes kleines Holzhüttchen. Mit den Besitzern wurde hart verhandelt und wenig später stand sie dann vor den überraschten Augen der Passanten auf einer Baulücke mitten in Berlin.

Draußen brannte Feuer. Den ersten Neugierigen wurde erzählt, sie bekämen abends Märchen zu sehen. Das war im Dezember 2006.

Andrang beim Tag der offenen Tür

Wer versteckt sich hier vorm Wolf? Richtig, die sieben Geißlein.
Wer versteckt sich hier vorm Wolf? Richtig, die sieben Geißlein.  © Bernd Schönberger

Seitdem werden jeden Winter Märchen gespielt. Auf dem Programm stehen die Grimmschen Klassiker. Aber auch die Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, Märchen vom Balkan und aus Tausendundeiner Nacht.

Die Märchenfiguren kämpfen gegen Drachen und Riesen, erlösen verzauberte Wesen, müssen schwierige Prüfungen bestehen und retten Prinzessinnen. Doch nicht nur die Königssöhne sind hier die Helden, sondern auch Handwerker, Bauern und Tiere. Sie beweisen durch ihren Mut und ihre Tapferkeit das wahrhafte Heldentum.

So bleibt an den kalten Wintertagen für einen Augenblick die Zeit stehen und die Zuschauer werden wieder zu Kindern. Es sei denn, Ihr gönnt Euch die Märchenversionen für Erwachsene... Gänsehaut ist in jedem Fall garantiert!

Die Märchenhütte im Weinberghaus Görlitz öffnet ihre knarrigen Türen vom 30. November bis 2. Dezember für insgesamt 13 Vorstellungen. Karten gibt es in der Görlitz-Information und >>> hier. Unter maerchenhuette.de findet Ihr auch alle Infos zum Programm.

Es war einmal ein Kaiser mit Ziegenohren, und der hieß Trojan...
Es war einmal ein Kaiser mit Ziegenohren, und der hieß Trojan...  © (c) Donata Wenders/Wenders Images

Titelfoto: Bernd Schönberger


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