Studentenheim wird für Flüchtlinge geräumt

Den Studenten, die im Görlitzer Wohnheim leben, wurde kurzfristig zum 30. Juni gekündigt.
Den Studenten, die im Görlitzer Wohnheim leben, wurde kurzfristig zum 30. Juni gekündigt.

Görlitz - Aufregung in Görlitz: Vor wenigen Stunden erfuhr die Stadt, dass der Freistaat Sachsen das Studentenwohnheim am Hirschwinkel kurzfristig in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber umwandeln will. Den 35 im Wohnheim lebenden Studierenden wurde kurzfristig zum 30. Juni 2015 gekündigt.

Siegfried Deinege (60, parteilos), Oberbürgermeister von Görlitz, fühlt sich davon überrumpelt: „Wir nehmen die angespannte Gesamtsituation hinsichtlich dieses sehr sensiblen Themas in Deutschland realistisch zur Kenntnis und verstehen, dass der Freistaat Sachsen unter hohem Handlungsdruck steht.

Grundsätzlich halte ich es jedoch für notwendig, dass eine solche Entscheidung für eine Erstaufnahmeeinrichtung im Vorfeld mit den Verantwortlichen vor Ort abgestimmt wird.“

Görlitz-OB Siegfried Deinege fühlt sich vom Freistaat überrumpelt.
Görlitz-OB Siegfried Deinege fühlt sich vom Freistaat überrumpelt.

Die Verantwortlichkeit und Zuständigkeit für Erstaufnahmeeinrichtungen liegt weder bei der Kommune noch beim Landkreis, sondern beim Freistaat Sachsen.

Deshalb greift der Freistaat auf Immobilien zurück, die sich in seinem Eigentum befinden, was sowohl beim Hirschwinkelwohnheim als auch bei der bereits bestehenden Erstaufnahmeeinrichtung am Flugplatz der Fall ist.

Deinege ist sauer: „Weder den Umgang mit den Studierenden, noch die unzureichende Informationspolitik seitens des Freistaates Sachsen gegenüber der Hochschule und der Stadt zu diesem Thema halte ich für akzeptabel.

Auch die Auswahl der Immobilie zeugt von wenig Sensibilität für unser Leben in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec.“

Um eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten zu finden, sollen weitere Gespräche geführt werden.

Fotos: Pawel Sosnowski, dpa


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