Chaos in Sachsen: Mann, der nicht kandidierte, gewinnt Bürgermeister-Wahl!

Gohrisch - Unglaubliches Wahl-Kuddelmuddel im Örtchen Gohrisch (Sächsische Schweiz): Die Einwohner haben einen Mann zum Bürgermeister gewählt, der gar nicht kandidierte. Doch sein Sieg währte nur kurz.

Wahl-Posse im Kurort Gohrisch.
Wahl-Posse im Kurort Gohrisch.  © Holm Helis

Auf dem Wahlzettel stand nur ein Kandidat: Maik Günther (38, FWG/Linke). Doch nach der Wahl sah zunächst Ex-Ortsvorsteher Christian Naumann (69) wie der Sieger aus: Er erhielt die meisten Stimmen, siegte hauchdünn mit 50,6 Prozent. Es ist bei nur einem Kandidaten erlaubt, handschriftlich einen weiteren Vorschlag auf den Stimmzettel zu schreiben.

Doch der Gemeindewahlausschuss entschied nun: Fast die Hälfte der 1168 abgegebenen Stimmzettel sind ungültig (541)! Rechtmäßig gewählter Bürgermeister mit den meisten gültigen Stimmen (361) ist nun doch Maik Günther. "Vor- und Nachname des gewünschten Kandidaten auf dem Wahlzettel reichen nicht.

Dies steht als Hinweis auch auf dem Wahlzettel. Solche Wahlzettel haben wir für ungültig erklärt", so Gitta Lehmann (60), Hauptamtsleiterin der zuständigen Gemeinde Königstein und Vize des Wahlausschusses. Zur eindeutigen Identifizierung gehöre Beruf, Adresse oder eindeutige Wesensbeschreibungen. Sie verwies zudem auf Gerichtsurteile.

Im Netz wollen die Entscheidung viele nicht wahrhaben, versteigen sich zu Vorwürfen wie Betrug oder "DDR 2.0". Günther spricht von einer "schwierigen Gesamtsituation". Er sei vor der Wahl bereits per Flyer angefeindet worden. Nimmt er die Wahl an?

Günther, überrascht von den Neuigkeiten, will sich nun erstmal intern besprechen. Der unterlegene Naumann: "Ich nehme das neue Ergebnis zur Kenntnis und werde die Wahl sicher anfechten. Wenn ich Wahlsieger bin, werde ich das Amt annehmen."

In Gohrisch ist Maik Günther (38, Linke) nun doch gewählter Bürgermeister - wegen nicht eindeutig ausgefüllter Stimmzettel.
In Gohrisch ist Maik Günther (38, Linke) nun doch gewählter Bürgermeister - wegen nicht eindeutig ausgefüllter Stimmzettel.  © Daniel Förster

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