Nach Listerien-Fund in Frikadellen: Behörden setzen Kontrollen fort

Goldenstedt - Der Landkreis Vechta hat seine Untersuchungen nach dem Fund von Listerien in Fertigfrikadellen einer Fleischwarenfabrik in Goldenstedt fortgesetzt.

Ein Blick auf das Firmengelände der Fleisch-Krone-Feinkost GmbH.
Ein Blick auf das Firmengelände der Fleisch-Krone-Feinkost GmbH.  © Mohssen Asssanimoghaddam/dpa

Eine Entscheidung darüber, ob es bei der vorübergehenden Stilllegung der Produktion bleibe, sei noch nicht getroffen, sagte ein Sprecher des Landkreises am Dienstag.

Unterdessen forderten Verbraucherschützer Konsequenzen aus dem Fall.

Die Informationen müssten schneller und umfassender an die Verbraucher herangetragen werden, sagte Janina Willers von der Verbraucherzentrale Niedersachsen: "Wir fordern, dass möglichst schnell und möglichst viele Verbraucher erreicht werden müssen über alle Kanäle."

Am Freitagabend hatte der Fleischwarenhersteller Fleisch-Krone Feinkost aus dem Oldenburger Münsterland Fertigfrikadellen wegen des Verdachts auf Listerien zurückgerufen.

Am Montag war bekanntgeworden, dass dies erst auf massives Drängen der Behörden erfolgte. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) hatte vorübergehend die Betriebszulassung zurückgenommen.

Sind noch weitere Chargen mit Listerien befallen?

In den Frikadellen wurden Listerien festgestellt.
In den Frikadellen wurden Listerien festgestellt.  © Bildmontage: Firma Fleisch-Krone/Lebensmittelwarnu

Wegen Hygienemängeln in der Vergangenheit waren die Kontrollen in der Fleischwarenfabrik seitens der Lebensmittelüberwachung erhöht worden. Eigentlich hätten nur Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfen, die vorher negativ auf Listerien überprüft worden waren.

Laves-Präsident Eberhard Haunhorst sagte im Deutschlandfunk, dass das Unternehmen den Überwachungsbehörden offensichtlich doch nicht alle Untersuchungsergebnisse mitgeteilt hatte: "Die Ermittlungen laufen ja noch und wir werden sehen, ob da noch wieder weitere Chargen auftauchen, die nicht in Ordnung sind."

Dazu gebe es noch keine abschließenden Erkenntnisse. Es sei nicht einfach, herauszufinden, wie die Produkte mit Listerien verunreinigt wurden. Das habe viel mit Hygiene zu tun. Fachleute müssten mögliche Kontaminationsquellen suchen.

Notwendig seien enger vernetzte und intelligentere Kontrollen, auch über Ländergrenzen hinweg. Es könne immer nur stichprobenartige Kontrollen geben, sagte Haunhorst. Es müsse ein System geben, in dem jede Überwachungsbehörde mit den anderen Behörden kommunizieren könne. Bislang seien die Kommunikationswege zwischen den Bundesländern noch zu lang.

Update, 17.55 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Skandal um möglicherweise mit Listerien belastete Fertigfrikadellen einer Fleischwarenfabrik aus dem Kreis Vechta beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg.

Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) habe Strafanzeige gestellt, teilte Niedersachsens Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Dienstag mit.


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