Keine Kameraden: Diese Feuerwehr muss Wache dichtmachen

Bannewitz - Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr im Bannewitzer Ortsteil Goppeln: Wenn's jetzt brennt, rückt von dort niemand mehr aus. Zwar gibt es ein modernes Feuerwehrfahrzeug und genügend Ausrüstung für die Kameraden, es hakt aber an einem ganz anderen Punkt.

Gemeindewehrleiter Heiko Wersig (36) hat keine Leute mehr: Die Freiwillige Feuerwehr Goppeln kann nicht mehr ausrücken.
Gemeindewehrleiter Heiko Wersig (36) hat keine Leute mehr: Die Freiwillige Feuerwehr Goppeln kann nicht mehr ausrücken.  © Ove Landgraf

"Wir haben nicht mehr genug Leute", sagt Gemeindewehrleiter Heiko Wersig (36). "Statt wie im Brandschutzbedarfsplan vorgeschrieben mindestens 18 Kameraden, haben wir derzeit nur noch neun, zwei davon sind aber nicht permanent einsatzfähig. Sie wohnen in Dresden. Deshalb musste ich die Wehr bei der zuständigen Leitstelle in Dresden erst mal abmelden.“

Dieser Schritt sei ihm schwer gefallen. „Aber es nützt ja nichts. Wir können einen Einsatz nicht mehr absichern.“ Einige Kameraden seien jüngst verzogen, andere mussten aus familiären Gründen oder auch weg des Jobs kürzertreten. Gerade bei Notfällen tagsüber sei es zuletzt immer schwieriger geworden, die freiwilligen Feuerleute zusammen zu bekommen. “Sie sind ja auch alle in Lohn und Brot. Uns fehlen vor allem Gruppenführer, Atemschutzgeräteträger, Maschinisten", so Wersig.

"Wir können einen Weiterbetrieb derzeit einfach nicht verantworten. Ich kann auch nicht zwei Kameraden oder gar nur einen allein mit dem Löschfahrzeug zum Einsatzort fahren lassen.“ Jetzt müssen die umliegenden Wehren aus Kreischa und Dresden-Kaitz den Goppelner Bereich mit abdecken. „Das ist zwar möglich, kostet im Ernstfall aber natürlich mehr Zeit, weil die Anfahrt länger dauert.“

Die verblieben Kameraden in Goppeln macht die Entscheidung des Wehrleiters nicht glücklich. „Eine andere Möglichkeit gab es aber nun mal nicht mehr“, so Wersig.

Das Löschfahrzeug bleibt zwar nun vorerst im Gerätehaus, dennoch wollen Wersig und die verbliebenen Brandlöscher noch nicht ganz aufgeben. Die letzte Hoffnung: "Wir veranstalten am 28. April am Feuerwehrgerätehaus Goppeln einen Tag der offenen Tür", sagt der Wehrleiter.

"Ich hoffe sehr, dass wir dann genügend Goppelner dafür begeistern können, in die Feuerwehr einzutreten. Auch und besonders zu ihrem eigenen Schutz.“ Von 10 bis 17 Uhr kann jeder vorbeischauen, sich informieren und - im besten Fall - gleich noch eine Anmeldung da lassen.

Titelfoto: Ove Landgraf

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