Rechtspopulisten laden AfD zur Nachhilfe

Jürgen Elsässer (60) hat die AfD-Parteiführung zum Nachhilfe-Seminar nach Goslar eingeladen.
Jürgen Elsässer (60) hat die AfD-Parteiführung zum Nachhilfe-Seminar nach Goslar eingeladen.  © DPA

Goslar - Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl wurden Abgeordnete der Alternative für Deutschland zu einem politischen Seminar nach Goslar eingeladen. AfD-Vorsitzender Alexander Gauland (76) möchte jedoch nicht an der Veranstaltung am kommenden Wochenende teilnehmen.

Die E-Mail, die Jürgen Elsässer, Vorsitzender des rechtspopulistischen Monatsmagazins "Compact" versandt hat, liegt dem Tagesspiegel vor.

Diese soll persönlich an AfD-Landtagsabgeordnete und aussichtsreiche Bundestagsabgeordnete der AfD verschickt worden sein. Die gesamte Veranstaltung soll unter dem Titel "Realpolitik/Fundamentalopposition" stehen.

„Den Parlamentariern Grundlagenwissen in der Frage Realpolitik/Fundamentalopposition zu vermitteln, so dass sie Fallen und Verlockungen der Systemanpassung (die gerade keine Realpolitik ist) erkennen können“, heißt das Ziel des Seminars, das damit zu einer Art rechtspopulistischen Nachhilfestunde werden könnte.

Die Parteispitze (v. li.) Alice Weidl und Alexander Gauland macht gute Miene. An der Veranstaltung werden die AfD-Politiker jedoch nicht teilnehmen.
Die Parteispitze (v. li.) Alice Weidl und Alexander Gauland macht gute Miene. An der Veranstaltung werden die AfD-Politiker jedoch nicht teilnehmen.  © DPA

Dabei soll darüber diskutiert werden, ob die Alternative für Deutschland künftig die Mehrheit in der Bundesrepublik erringen und damit auch konkrete politische Veränderungen anstreben könne.

Ansonsten findet jede Menge Geheimniskrämerei rund um das erste Augustwochenende in Goslar statt:

So wird das Hotel nicht bekannt gegeben. Auch der Name eines Vorsitzenden, der an diesem Tag sprechen soll, wird nicht publik gemacht.

Während für Abonnenten des "Compact"-Magazins 155 Euro fällig werden, sollen Nicht-Abonnenten 195 Euro blechen.

Alexander Gauland, AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, kann sich nicht vorstellen, die Schulbank für rechtspopulistische Inhalte zu drücken. Sinngemäß sagte er dem Tagesspiegel, dass der Wahlkampf zu viel Zeit in Anspruch nehme.


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