Gräber der deportierten Juden: Diese Länder kümmern sich darum

Karlsruhe - Die Pflege der Gräber von Menschen, die unter der Nazi-Diktatur ermordet wurden, gehört zur deutschen Erinnerungskultur. Drei Länder im Südwesten arbeiten dabei jetzt zusammen.

Kultusministerin von Baden-Württemberg Susanne Eisenmann.
Kultusministerin von Baden-Württemberg Susanne Eisenmann.  © DPA

Die Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland wollen sich künftig gemeinsam um rund 2000 Gräber von deportierten Juden in Südfrankreich kümmern.

Dazu soll am Montag (10 Uhr) im Karlsruher Rathaus eine Vereinbarung zum "Gedenken an die nach Frankreich deportierten Juden" unterschrieben werden.

Teilnehmer sind die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD) und die Abteilungsleiterin Kathrin Andres aus dem saarländischen Bildungsministerium. Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) ist für die Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs beteiligt.

Im Oktober 1940 wurden etwa 6000 jüdische Bürger aus Baden, dem heutigen Rheinland-Pfalz und dem heutigen Saarland von den Nationalsozialisten nach Südfrankreich in das Lager Gurs deportiert. Viele der Deportierten starben dort oder in weiteren Lagern. Wer die Strapazen zunächst überlebte, wurde später in Vernichtungslager gebracht.

Nur wenige seien nach Ende der nationalsozialistischen Diktatur in ihre Heimat zurückgekehrt, schrieben die Ministerien und die Stadt Karlsruhe in der Einladung.

Ein Schild erinnert an das Konzentrationslager in Südfrankreich.
Ein Schild erinnert an das Konzentrationslager in Südfrankreich.  © Uwe Anspach/dpa

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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