Urlauber schleppen tödliche Bakterien aus Gran Canaria ein

Solna/Gran Canaria – 14 Touristen aus Skandinavien haben sich bei Klinikaufenthalten während ihres Gran-Canaria-Urlaubs mit einem multiresistenten Krankenhauskeim infiziert, eine Ausbreitung des Bakteriums könnte zu einer Epidemie in Europa führen.

Im Urlaubsparadies Gran Canaria haben sich 14 Menschen mit mulitresitenten Erregern angesteckt.
Im Urlaubsparadies Gran Canaria haben sich 14 Menschen mit mulitresitenten Erregern angesteckt.  © Imago

Wie das europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) jetzt mitteilte, waren die Menschen aus Norwegen und Schweden zwischen Januar und April 2018 auf den Kanaren. Nach ihrer Rückkehr zeigten sie Symptome einer Lungenentzündung. Sie alle waren in ihrem Urlaubsland in einem Krankenhaus oder hatten eine andere medizinische Einrichtung aufgesucht.

Die Gefahr einer Übertragung des multiresistenten Bakteriums außerhalb eines Krankenhauses gilt laut ECDC als sehr gering. Allerdings kann es zu einer grenzüberschreitenden Bedrohung werden, wenn die erkrankten Personen in ihren Heimatländern auch in einem Krankenhaus aufgenommen werden und sich dort OXA-48 auf andere Patienten überträgt.

Da eine Behandlung mit Antibiotika kaum möglich ist, ist die Sterberate der erkrankten Patienten verhältnismäßig hoch.

Petrischalen mit sogenannten Krankenhauskeimen, die Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika aufweisen.
Petrischalen mit sogenannten Krankenhauskeimen, die Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika aufweisen.  © DPA

Jährlich reisen 15 Mio. Europäer, vor allem aus England, Deutschland und Spanien, auf die Kanarischen Inseln. Dadurch ist eine Verbreitung des Bakterium vor allem in den Krankenhäusern ihrer Heimatländer wahrscheinlich.

Die ECDC rät deshalb allen Gesundheitseinrichtungen in diesen Ländern, die Vorgeschichten ihrer Patienten hinsichtlich Reisen und Krankenhausaufenthalten im Ausland innerhalb der vergangenen zwölf Monate abzugleichen und im Verdachtsfall gezielt nach dem Bakterium zu suchen, um das Risiko einer epidemischen Verbreitung des multiresistenten Keims zu minimieren.

OXA-48 wurde Anfang der 2010er Jahre erstmals in Europa festgestellt. Von Juli 2010 bis März 2013 war das Universitätsklinikum Leipzig von einem großen Ausbruch betroffen. Damals infizierten sich 63 Menschen mit den Erregern, 39 von ihnen starben.

Wobei bei den Todesfällen nicht endgültig geklärt werden konnte, ob sie an ihren schweren Krankheiten oder durch die anitbiotikaresistenten Keime verstorben waren. Zumindest wurde aber davon ausgegangen, dass sich der Befall negativ auf den Krankheitsverlauf ausgewirkt hat.


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