Vorschlag der Grünen: Wird die Hauptstadt zur Hanfstadt?

Berlin - Die Drogenpolitik der Berliner Grünen ist über die Berliner Stadtgrenzen hinaus bekannt – und stößt häufig auf Kritik. Auch der neueste Vorschlag der Partei dürfte einigen nicht gefallen.

Wird Berlin die neue Hanfstadt?
Wird Berlin die neue Hanfstadt?

In Berlin soll nach Willen der Grünen Cannabis für medizinische Zwecke angebaut werden!

Seit März 2017 dürfen Ärzte in Deutschland schwerkranken Patienten unter besonderen Umständen medizinische Cannabis-Präparate verschreiben, zum Beispiel gegen Schmerzen.

2018 seien 95.000 Rezepte für medizinische Cannabisprodukte ausgestellt worden, sagte Catherina Pieroth (52), Fraktionssprecherin der Grünen für Drogen- und Gesundheitspolitik

Bislang werde medizinisches Cannabis überwiegend aus Kanada und den Niederlanden importiert. Dabei komme es aber immer wieder zu Lieferengpässen, so Pieroth. Um die künftig zu umgehen, will die Fraktion die Einrichtung eines landeseigenen Cannabisunternehmens prüfen.

Das Unternehmen soll sich nach dem Willen der Grünen um eine entsprechende Infrastruktur für Start-Ups und Unternehmen kümmern und eine Verbindungsstelle zu Wissenschaft, Forschung und Industrie schaffen.

Winken Fördergelder für den Anbau?

Zu medizinischen Zwecken ist Cannabis auch in Deutschland bereits freigegeben.
Zu medizinischen Zwecken ist Cannabis auch in Deutschland bereits freigegeben.  © Oliver Berg/dpa

Geeignete Flächen gibt es nach Einschätzung der Grünen-Fraktion etwa im Berliner Stadtteil Buch. Weil innerstädtische Flächen stark abgesichert werden müssten, komme indes das Tempelhofer Feld und dessen Hangar für den Anbau eher nicht in Betracht, so Pieroth. Darüber hinaus seien Kooperationen mit Brandenburg denkbar, hieß es.

Die Unternehmen, die das Cannabis anbauen sollen, wollen die Grünen zum Beispiel durch Fördergelder nach Berlin locken!

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hatte in den vergangenen Jahren vergeblich versucht den kontrollierten Verkauf von Cannabis durchzusetzen. Manche hofften, damit die Drogenkriminalität etwa im Görlitzer Park einzudämmen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erteilte aber eine Absage: Der Verkauf zu Genusszwecken sei unvereinbar mit dem Betäubungsmittelgesetz.

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