Interne Kämpfe spalten die Partei: So zerstritten ist die bayerische AfD

Greding - Die tiefen Gräben innerhalb der bayerischen AfD sind auf einem Sonderparteitag am Sonntag offen zutage getreten.

Martin Sichert (AfD, M), bayerischer Landesvorsitzender der Partei "Alternative für Deutschland", spricht mit Parteikollegen.
Martin Sichert (AfD, M), bayerischer Landesvorsitzender der Partei "Alternative für Deutschland", spricht mit Parteikollegen.  © Lino Mirgeler/dpa

Nur mit knapper Mehrheit beschlossen die anwesenden AfD-Mitglieder bei ihrem Treffen im mittelfränkischen Greding, zwei Anträge auf eine vorgezogene Neuwahl des Landesvorstands nicht weiterzuverfolgen.

Der Vorstand soll nun Mitte September komplett neu gewählt werden.

Der Sonderparteitag musste nach heftigen und andauernden internen Streitigkeiten auf Druck von Teilen der AfD-Basis einberufen werden.

Inhaltlich tobt seit langem ein Streit zwischen Anhängern des rechtsnationalen "Flügels" der Partei um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und eher gemäßigten Kräften.

Hinzu kommen anhaltende Querelen innerhalb der Landtagsfraktion und auch innerhalb des Landesvorstands sowie Streit über Finanzen und Personalien.

AfD-Landeschef Martin Sichert, der selbst heftig in der Kritik steht, rief die Partei zu Geschlossenheit auf. Einigkeit sei der Schlüssel zum Erfolg, sagte er.

"Es gibt nur einen, der uns aufhalten kann, und das sind wir selbst."

Landeschef Sichert greif Thüringer AfD-Chef an: "Hör endlich auf, uns zu spalten."

Parteimitglieder der Alternative für Deutschland stimmen während des Sonder-Landesparteitags der AfD Bayern mit Stimmzetteln ab.
Parteimitglieder der Alternative für Deutschland stimmen während des Sonder-Landesparteitags der AfD Bayern mit Stimmzetteln ab.  © dpa/Lino Mirgeler

Sichert griff dabei den Thüringer Landeschef Höcke scharf an: Dieser solle sich um Thüringen kümmern und aufhören, sich immer wieder in Bayern einzumischen und Abstimmungen in der Fraktion zu beeinflussen: "Hör endlich auf, uns zu spalten."

Tatsächlich ist die Landtagsfraktion tief zerstritten: Für Schlagzeilen sorgten der Fraktionsaustritt zweier Abgeordneter, der versuchte und dann abgeblasene Rauswurf eines dritten Abgeordneten und heftiger Streit über zwei interne Kassenprüfberichte.

Zuletzt gipfelte der monatelange Dauerstreit darin, dass mehrere Abgeordnete eine Anzeige gegen ihre Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner ankündigten, wegen der gezielten Veröffentlichung privater E-Mails.

Ebner-Steiner hat bereits angekündigt, sich bei einer Neuwahl des Landesvorstands nicht mehr um einen der Vize-Posten zu bewerben.

Katrin Ebner Steiner (AfD), Vorsitzende der Partei "Alternative für Deutschland" im bayerischen Landtag will sich bei Neuwahlen nicht mehr um den Vize-Posten bewerben.
Katrin Ebner Steiner (AfD), Vorsitzende der Partei "Alternative für Deutschland" im bayerischen Landtag will sich bei Neuwahlen nicht mehr um den Vize-Posten bewerben.  © dpa/Lino Mirgeler

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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