Neue Ware landet im Müll: Umweltschützer protestieren auf Amazon-Dach

Winsen (Luhe) - Greenpeace ist Amazon aufs Dach gestiegen. Die Umweltorganisation hat beim Online-Händler in Winsen (Landkreis Harburg) gegen die Vernichtung zurückgesandter neuer Waren protestiert.

Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Gebäude von Amazon in Winsen aus Versandkartons den 27 Meter langen Schriftzug "Für die Tonne" errichtet.
Greenpeace-Aktivisten haben auf dem Gebäude von Amazon in Winsen aus Versandkartons den 27 Meter langen Schriftzug "Für die Tonne" errichtet.  © dpa/Georg Wendt

Die Aktivisten seien am Sonntagabend auf das Gebäude geklettert und hätten aus Versandkartons einen 27 Meter langen Schriftzug "Für die Tonne" errichtet.

Anlass für den Protest ist die Aktion "Prime-Day" am Montag und Dienstag mit Sonderangeboten für Amazon-Kunden, sagte Viola Wohlgemuth von Greenpeace.

"Wir wollen auf die klimaschädliche Ressourcenvernichtung bei Amazon aufmerksam machen."

Greenpeace zufolge gehen rund 30 Prozent aller Amazon-Retouren nicht wieder in den direkten Verkauf. Auch neuwertige Produkte werden einfach vernichtet.

Marktführer Amazon hatte dazu im Juni erklärt, die überwiegende Mehrheit der zurückgegebenen Produkte komme erneut in den Verkauf, gehe an Lieferanten zurück oder werde je nach Zustand an gemeinnützige Organisationen gespendet.

"Wir prüfen rechtliche Schritte gegen die Organisatoren der Aktion", teilte Amazon am Sonntag mit.

Diese Art von Protest sei illegal und gefährde unnötig alle Beteiligten und Mitarbeiter.

Update, 8.19 Uhr

Nach eigenen Angaben sind 40 Aktivisten von Greenpeace noch immer auf dem Dach von Amazon in Winsen.

Sie haben offenbar die Nacht dort verbracht und wollen bis Dienstagabend bleiben.

Update, 9.50 Uhr: Aktivisten wollen bleiben

Amazon-Mitarbeiter sortieren Pakete im Versandzentrum. (Archivbild)
Amazon-Mitarbeiter sortieren Pakete im Versandzentrum. (Archivbild)  © dpa/Peter Steffen

Am Montagmorgen seien die rund 40 Aktivisten noch immer auf dem Dach gewesen, teilte die Polizei mit.

Polizisten seien im Einsatz, um eine "kooperative Lösung" zu finden und die Lage zu beobachten.

Der Betrieb sei aber nicht eingeschränkt, es habe keine Auseinandersetzungen gegeben.

Laut Viola Wohlgemuth, Konsum-Expertin bei Greenpeace, haben die Aktivisten Banner aufgehängt.

Aus Versandkartons wurde ein 27 Meter langer Schriftzug "Für die Tonne" errichtet.

Nach Wohlgemuths Worten planen die Aktivisten, während der "Prime Days" auf dem Dach zu bleiben und weiter zu protestieren.

Titelfoto: dpa/Georg Wendt


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