Rache für Angriff auf AfD-Politiker? Fan-Zelte bei "Feine Sahne Fischfilet" mit Sch***e bespritzt

Jarmen - Diese Aktion stinkt zum Himmel! Beim Festival "Wasted in Jarmen" der linken Punkband "Feine Sahne Fischfilet" wurden Zelte von Fans mit einer ekligen Flüssigkeit besudelt. Nur Stunden zuvor verjagten Konzertgänger einen AfD-Politiker am Rande des Festivalgeländes von einem See (TAG24 berichtete). Ein Racheakt?

"Feine Sahne Fischfilet" haben immer wieder mit Anfeindungen von Rechts zu tun.
"Feine Sahne Fischfilet" haben immer wieder mit Anfeindungen von Rechts zu tun.  © DPA

Wie die Band auf ihrer Facebook-Seite in einem langen Posting mitteilte, kam es am Tag vor dem eigentlichen Festival am Samstag zu hässlichen Zwischenfällen.

Unter der Überschrift "Ihr schmeißt mit Scheiße – Wir machen uns einen geilen Tag!" berichteten die Musiker von "Provokationen der rechten Seite" und dass nachts "Sieg Heil"-Rufe aus den Jarmener Anlagen gegrölt wurden.

Crew-Mitglieder seien aus fahrenden Autos heraus angepöbelt worden, FSF-Fans wurden eingeschüchtert.

Negativer Höhepunkt: Laut Band hatten "Neonazis zehn Zelte mit einer Art Gülle übergossen" – von einem "schlecht einsehbaren Acker heraus", während die Besucher im Open-Air-Kino Spaß hatten.

Durch die Ekel-Aktion wurden nicht nur die Zelte, sondern vor allem auch persönliche Gegenstände wie Kleidung unbrauchbar!

Die Band um Frontmann Jan "Monchi" Grokow (31) sorgte für Entschädigung für die betroffenen Festival-Besucher. (Symbolbild)
Die Band um Frontmann Jan "Monchi" Grokow (31) sorgte für Entschädigung für die betroffenen Festival-Besucher. (Symbolbild)  © DPA (Bildmontage)

Feiner Zug von "Feine Sahne Fischfilet": Die Band kümmerte sich "für die Leute, die von der Scheiße betroffen waren", mit Hilfe von Leute vor Ort um Unterkünfte, damit diese einen Platz zum Schlafen haben.

Doch damit nicht genug: Auf dem Zeltplatz wurde extra eine Spendenbox für die Opfer der Gülle-Attacke aufgestellt, um sie finanziell zu entschädigen. Um ähnliche Übergriffe zu unterbinden, wurde während der Auftritte von Marteria (35, "Lila Wolken") & Co. eigens ein Securitydienst auf dem Zeltplatz abgestellt.

Wie die Musiker betonten reiht sich diese Aktion "in eine Liste von Provokationen der nationalistischen Seite." Dies sei "Scheiße, aber es verwundert auch nicht", da in einigen Orten in Vorpommern "über 40 Prozent der Menschen AFD oder NPD gewählt" hätten.

Diesen "Faschos" sei das Festival samt Publikum ein "Dorn im Auge", weshalb sich "offensichtlich mächtig abkotzen" – man lasse sich aber nicht einschüchtern.

Erst Anfang Mai hatten vermutlich Rechtsextreme vor einem Konzert in Demmin durch einen gezielten Brandanschlag versucht haben, den Auftritt zu verhindern (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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