Grenze zu Deutschland dicht! Dänemark schottet sich mit Zaun ab

Kopenhagen/Flensburg - Kein Durchkommen mehr! Nach zehn Monaten Bauzeit stellt Dänemark am Montag (11 Uhr) seinen umstrittenen Wildschweinzaun entlang der Grenze zu Deutschland fertig.

Teile des neuen Grenzzauns zwischen Deutschland und Dänemark stehen im Wald.
Teile des neuen Grenzzauns zwischen Deutschland und Dänemark stehen im Wald.  © Frank Molter/dpa

Am Vormittag soll das letzte Zaunteil nahe dem Grenzübergang Sofiedal knapp 20 Kilometer nordwestlich von Flensburg eingesetzt werden. Dann ist das dänische Bauprojekt, das auf einer Länge von knapp 70 Kilometern von der Ost- bis zur Nordsee verläuft, offiziell abgeschlossen.

Der Wildschweinzaun ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Dänen ihre wichtige und gewinnbringende Schweinezucht vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schützen wollen.

Der Erreger war zuletzt unter anderem vermehrt in Polen aufgetreten. Viele Menschen in der eng miteinander verschmolzenen deutsch-dänischen Region halten den Zaun aber vor allem für ein Ärgernis und ein Symbol der Abschottung.

Der Effekt des Zauns, der umgerechnet zwischen sechs und acht Millionen Euro kostet, wird von Experten außerdem infrage gestellt: Sie halten vor allem die Übertragung durch das Zutun des Menschen für das Hauptproblem im Kampf gegen die ASP.

Über weggeworfene Brote mit Wurst aus dem Fleisch infizierter Tiere sowie den Schlamm in Radkästen von Autos oder in Schuhprofilen kann das Virus in zuvor nicht betroffene Gegenden eingeschleppt werden.

Ein alter Grenzstein steht am Grenzübergang bei Flensburg.
Ein alter Grenzstein steht am Grenzübergang bei Flensburg.  © Frank Molter/dpa

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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