Kein Platz im ICE? Greta Thunberg saß bei Zugfahrt in der Ersten Klasse

Madrid - Nach monatelangem Reisen und zwei Atlantik- Überquerungen auf Segeljachten ist die Klimaaktivistin Greta Thunberg nach eigenen Angaben auf dem Weg nach Hause - "in überfüllten Zügen durch Deutschland", wie sie auf Twitter schrieb.

Greta erst kürzlich bei Klimaprotesten im italienischen Turin.
Greta erst kürzlich bei Klimaprotesten im italienischen Turin.  © Nicolò Campo.Nicol/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Dazu stellte die 16-jährige Schwedin am Samstag ein Foto, das sie mit viel Gepäck auf dem Boden eines ICE zeigt. "Und ich bin endlich auf dem Heimweg!", schrieb sie.

Die Deutsche Bahn reagierte am Sonntagmorgen: "Wir wünschen Greta eine gute Heimfahrt. Und arbeiten weiter hart an mehr Zügen, Verbindungen und Sitzplätzen", twitterte sie.

Thunberg lehnt es ab zu fliegen, weil dabei besonders viele Treibhausgase ausgestoßen werden. Über den Atlantik war sie zweimal gesegelt, unter anderem hatte sie sich mehrmals bei der Weltklimakonferenz in Madrid zu Wort gemeldet.

Am Freitag hatte sie auf der Durchreise von Madrid zurück in die Heimat noch einen kurzen Zwischenstopp im italienischen Turin eingelegt und auf einer Demonstration gesprochen.

Twitter-Nutzer verspotteten die Deutsche Bahn

Viele Nutzer auf Twitter reagierten amüsiert auf das Foto Thunbergs - denn Spott über die Bahn, Zugverspätungen und überfüllte Züge gibt es dort viel. "Stell dich auf Verzögerungen ein", warnte jemand. Ein anderer kommentierte: "Willkommen in Deutschland, der öffentliche Transport hier ist ein Chaos..."

Die Bahn warb just am Sonntag damit, dass es zum Fahrplanwechsel mehr Züge und mehr Fahrten gebe. Klimafreundliches Reisen werde damit noch attraktiver. Der bundeseigene Konzern spielt eine wichtige Rolle auch im Programm der Bundesregierung für mehr Klimaschutz.

Die Bahn hat aber immer noch große Probleme mit Verspätungen und Engpässen im Netz.

Update 14.10 Uhr: Greta durfte in der Ersten Klasse reisen!

Wie die Deutsche Bahn nun am Sonntagmittag über via Twitter mitteilte, musste die junge Schwedin nun doch nicht wie zunächst angenommen auf dem Boden sitzend durch Deutschland fahren.

So bedankt sich die DB zunächst bei Greta, dass sie bei ihrer Reise den zu 100 Prozent mit Ökostrom betriebenen ICE gewählt hat und sie somit "uns Eisenbahner im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt!".

In einem zweiten Tweet, machen sie darauf aufmerksam, dass es "noch schöner gewesen" wäre, "wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist."

Greta musste also scheinbar nicht sonderlich lange samt Gepäck am Boden sitzen und durfte dann sogar in der Ersten Klasse reisen. Sehr nette Geste vom DB-Personal, die Passagieren ohne Platz in der Zweiten Klasse häufiger einen Platz in der Business-Class anbieten, sofern dort Kapazitäten bestehen.

Ein Antwort Gretas steht bislang jedoch noch aus.

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