Greta Thunberg: Jetzt kriegt sie auch noch den Alternativen Nobelpreis!

Stockholm - Eigentlich ist Greta Thunberg gerade bei den Vereinten Nationen in New York dabei, den Toppolitikern der Erde die Leviten zu lesen. Doch auch in ihrer schwedischen Heimat hat man die Klimaaktivistin nicht vergessen: Die 16-Jährige wird in diesem Jahr neben drei weiteren Preisträgern mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Das teilte die Right Livelihood Stiftung am Mittwoch in Stockholm mit.

Die junge Schwedin erhält die Auszeichnung für ihren Einsatz für mehr Klimaschutz. "Thunberg ist die mächtige Stimme einer jungen Generation, die die Konsequenzen des heutigen politischen Versagens beim Stoppen des Klimawandels tragen werden muss", sagte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll auf einer Pressekonferenz.

Sie habe Millionen Menschen dazu inspiriert, ihre Stimme zu erheben und sofortige Schritte für das Klima einzufordern. Dabei habe Thunberg es geschafft, die politische Debatte über den Klimawandel wieder mit den Fakten zu verknüpfen.

"Mit diesem Award ehren wir eine der effektivsten Anführerinnen der Zivilgesellschaft unserer Zeit und feiern die Kraft eines jeden Menschen, einen Unterschied zu machen."

Dass die Zeit im Kampf gegen die Klimakrise drängt, zeigt unter anderem ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des Weltklimarats IPCC. Darin zeigen die beteiligten Wissenschaftler auf, dass die menschengemachte Erderwärmung Meere und Eismassen auf unserem Planeten massiv schädigt.

Dass der Meeresspiegel immer schneller ansteigt, sei eine der alarmierenden Folgen, heißt es in dem Bericht. Der Politik stellt der IPCC darin ein verheerendes Zeugnis aus.

Kritische Distanz zu traditionellen Nobelpreisen

Weitere Preisträgerin: die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei.
Weitere Preisträgerin: die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei.  © -/Qianqian Law Firm/dpa

Insgesamt ehrt die Right Livelihood Stiftung mit den diesjährigen Auszeichnungen "vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen", erklärte Uexküll.

Dabei ist mit Haidar erstmals eine Persönlichkeit aus der Westsahara unter den Preisträgern. Sie kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung in der Region und eine Unabhängigkeit ihrer Heimat.

Die Juristin Guo Jianmei erhält den Alternativen Nobelpreis für ihren beharrlichen Einsatz für die Stärkung der Frauenrechte in China. Sie hat nach Angaben der Stiftung bereits Tausenden benachteiligten Frauen den Zugang zur Justiz ermöglicht.

Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden zudem für ihr mutiges und entschlossenes Engagement für Wald und Artenvielfalt im Amazonas sowie die dort lebenden Ureinwohner ausgezeichnet.

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 vergeben. Der spendenfinanzierte Preis steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Während der Award oft eher unbekannte Persönlichkeiten ehrt und somit zu mehr Bekanntheit verhilft, findet sich mit Thunberg diesmal eine weltberühmte Aktivistin unter den Preisträgern.

Die Schwedin hat für ihren Kampf ums Klima in diesem Jahr eine Reihe von Preisen und Auszeichnungen erhalten, darunter den Menschenrechtspreis von Amnesty International.

Viele handeln Thunberg bereits für den Friedensnobelpreis, dessen diesjähriger Träger am 11. Oktober in Oslo bekanntgegeben wird.

Bekommt Greta auch den Friedensnobelpreis?

Die Menschenrechtsaktivistin Aminatu Haidar aus der Westsahara.
Die Menschenrechtsaktivistin Aminatu Haidar aus der Westsahara.  © -/Courtesy of Aminatou Haidar/dpa

Thunberg selbst bedankte sich für die Auszeichnung. Diese gelte allerdings niemals ihr allein, sondern sei eine "riesige Anerkennung" für die internationale Klimabewegung Fridays for Future.

"Ich bin Teil einer weltweiten Bewegung von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters, die sich entschieden haben, unseren lebenden Planeten zu verteidigen. Mit ihnen allen teile ich diese Ehrung."

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt.

Darüber hinaus wird den Preisträgern von der Stiftung langfristige Unterstützung für ihr Vorhaben und Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen zugesichert.

Insgesamt hatte sich die internationale Vergabejury 142 Nominierungen aus 59 Ländern angeschaut.

Die Auszeichnungen werden am 4. Dezember auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm vergeben. Thunberg wird zu dem Zeitpunkt ihren Planungen zufolge auf der Weltklimakonferenz in Chile sein.

Der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden ebenfalls ausgezeichnet.
Der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami werden ebenfalls ausgezeichnet.  © Fiona Watson/Survival International/dpa

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa, Maxim Thor/Bildbyran via ZUM

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