Feuer in geplantem Asylheim: Es war Brandstiftung

In die 4. Etage dieses Bürogebäudes in Grimma sollen demnächst Flüchtlinge einziehen.
In die 4. Etage dieses Bürogebäudes in Grimma sollen demnächst Flüchtlinge einziehen.

Von Alexander Bischoff

Grimma - Wieder hat in Sachsen ein künftiges Asylbewerberheim gebrannt. Doch bei dem Feuer im Grimmaer Bürohaus „Roter Ochse“ stand die Polizei zunächst vor Rätseln. Jetzt ist klar: Es war Brandstiftung.

Kurz nach 8 Uhr drangen Qualmwolken aus der vierten Etage des DDR-Fünfgeschossers. Genau diese Etage wird derzeit zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. In wenigen Wochen sollen in die einstige Zentrale des ehemaligen Kombinats Chemianlagenbau Leipzig-Grimma“ zunächst 140, später bis zu 500 Flüchtlinge einziehen.

Ein nicht unumstrittener Plan, denn in den unteren Etagen sind bisher kleinere Gewerbebetriebe ansässig. Auch gilt der Standort inmitten eines Gewerbegebietes als nicht gerade ideal.

Zunächst wollte die Polizei von keinem Brandanschlag sprechen. Denn der Ausbruch des Feuers war in vielerlei Hinsicht untypisch. „Das Haus war verschlossen und die Fenster in dem ausgebrannten Bereich sind unbeschädigt“, sagte Polizei-Sprecher Uwe Voigt.

Allerdings ist eine „Selbstentzündung“ von in dem Raum liegenden Bau- und Verpackungsmaterial ebenso unwahrscheinlich.

Am Donnerstagnachmittag teilte das Operative Abwehrzentrum (OAZ) in Leipzig mit, das ein technischer Defekt ausgeschlossen werden kann. Jetzt ermittelt das OAZ wegen Brandstiftung.

Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter 0341 966 4 6666 zu melden.

Ein Feuerwehrmann steht in einem völlig verkohlten Zimmer.
Ein Feuerwehrmann steht in einem völlig verkohlten Zimmer.

Foto: fotojump


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