Klimawandel erreicht Weihnachts- und Martinsgänse: Festtagsbraten wird teurer

Grimma - Schlechte Nachricht zu St. Martin: In Sachsen wird der Gänsebraten teurer! Schuld ist die lange Trockenperiode im Sommer.

Sachsens größter Gänsezüchter Lorenz Eskildsen aus Wermsdorf mit seiner Chef-Gans "Agga" - sie wurde bei seinen Kindern in der Küche großgezogen und darf nicht geschlachtet werden.
Sachsens größter Gänsezüchter Lorenz Eskildsen aus Wermsdorf mit seiner Chef-Gans "Agga" - sie wurde bei seinen Kindern in der Küche großgezogen und darf nicht geschlachtet werden.  © dpa/Waltraut Grubitzsch

Am heutigen Martinstag ist es Tradition: das erste Gänseessen des Jahres. Doch für den Festbraten müssen die Sachsen nun tiefer in die Tasche greifen. Der Gänsepreis liegt heuer etwa 50 Cent pro Kilo über dem des Vorjahres.

Zwischen 13,50 Euro und 14,50 Euro kostet das Kilo Gänsefleisch aktuell, wie Katharina Standke vom Sächsischen Geflügelwirtschaftsverband informierte. Grund für die Preissteigerung seien Mehrkosten für Energie, Personal sowie Futter. Denn wegen der Trockenheit musste Futter zugekauft werden - Gras allein reichte nicht aus.

"Wir mussten zum wiederholten Mal sehr viel wässern", berichtete Lorenz Eskildsen, Besitzer der gleichnamigen Gänsefarm in Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen). Rund 12.000 Mastgänse gibt es dort - bis Weihnachten werden sie alle geschlachtet sein.

Übrigens: Die Tradition, am Martinstag eine Gans zu essen, ist auf den Namensgeber des Tages zurückzuführen. Der heilige Sankt Martin soll sich aus Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckt haben, als er zum Bischof geweiht werden sollte. Das Geschnatter der Gänse soll ihn allerdings verraten haben.

Da hilft kein Schnattern und kein Flattern - auch diese Gänse landen bis Weihnachten im Bratofen.
Da hilft kein Schnattern und kein Flattern - auch diese Gänse landen bis Weihnachten im Bratofen.  © dpa/Waltraut Grubitzsch

Titelfoto: dpa/Waltraut Grubitzsch

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