Über 80.000 Erkrankte! Kann man sich jetzt noch vor der Grippewelle schützen?

Die Grippewelle hat die Bundesrepublik in diesem Jahr relativ stark erwischt.
Die Grippewelle hat die Bundesrepublik in diesem Jahr relativ stark erwischt.  © Francesco Sassetti, 123RF

Hamburg - Leere Arbeitsplätze, volle Arztpraxen: Die Grippewelle hat Deutschland fest im Griff. Viele stellen sich die Frage: Lohnt sich überhaupt noch eine Grippe-Impfung?

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Grippe-Erkrankungen noch einmal drastisch gestiegen. Seit Beginn der Grippewelle vergangenen Jahres verzeichnet das Robert Koch-Institut insgesamt mehr als 82.000 bestätigte Influenzafälle - und es scheint kein Ende in Sicht.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfiehlt eine jährliche Grippe-Impfung, um sich vor einer Erkrankung mit Influenza zu schützen.

Doch es gibt ein Problem: Der Dreifachimpfstoff, der von den Krankenkassen bezahlt wird, bietet in der laufenden Grippe-Saison nur bedingt Schutz. Denn in diesem Winter sind Influenza-Viren des Typs B besonders verbreitet. Doch der Dreifach-Impfstoff bietet keinen ausreichenden Schutz gegen den sogenannten "Yamagata"-Virus.

Für wirksamer hält die Behörde den Vierfachimpfstoff. Der ist jedoch teurer und wird bislang wesentlich seltener verabreicht, weil die Krankenkassen diesen nicht bezahlen. Wer bereits den Dreifachimpfstoff erhalten hat, sollte sich aber nicht generell noch einmal nachimpfen lassen.

Die Kassen empfehlen eine vorbeugende Impfung. Die ist auch jetzt noch möglich.
Die Kassen empfehlen eine vorbeugende Impfung. Die ist auch jetzt noch möglich.  © Maurizio Gambarini/dpa

Die Frage, die sich stellt, ist, ob sich denn jetzt noch eine Impfung lohnt.

"Für Menschen, die zu den klassischen Risikogruppen gehören, lohnt die Impfung deshalb auf jeden Fall noch. Das sind Schwangere, ältere Menschen und Patienten mit chronischen Krankheiten oder einer Immunschwäche", erläutert Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI) in einem Interview mit dem "Stern".

Bis dato wurden dem Bundesinstitut für Infektionskrankheiten insgesamt 136 bestätigte Todesfälle nach einer Influenzainfektion gemeldet. Besonders auffallend: Es waren überwiegend Menschen im Seniorenalter, die unter Grund- und Vorerkrankungen litten.

Sowohl bei den Krankheits- als auch bei den Todesfällen können die wirklichen Zahlen höher liegen. Denn nicht jeder Kranke geht mit Grippesymptomen zum Arzt und nicht jeder Mediziner macht immer einen Abstrich für einen Virencheck.

Stirbt ein Mensch zum Beispiel an einer bakteriellen Lungenentzündung, lassen sich bei ihm oft keine Grippeviren als mögliche Ursache mehr nachweisen.

Generell lässt sich festhalten, dass eine Impfung gegen den sogenannten "Yamagata"-Virus durchaus helfen kann. Der Aufbau des Schutzes dauert rund zwei Wochen. Auch dann wird die Grippewelle nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts weiterhin Einzug halten.


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