Größter Anlage-Betrugsfall: Bekommen Geprellte ihr Geld wieder?

München - In einem der mutmaßlich größten Anlage-Betrugsfälle der vergangenen Jahrzehnte können Zehntausende Gläubiger und Geprellte der insolventen Containerinvestment-Gruppe P&R nun ihre Forderungen anmelden.

Das Münchner Amtsgericht hat entschieden, dass die 54.000 Anleger bei P&R ihre Ansprüche geltend machen können.
Das Münchner Amtsgericht hat entschieden, dass die 54.000 Anleger bei P&R ihre Ansprüche geltend machen können.  © Volker Hartmann/dpa

Das Münchner Amtsgericht hat den Weg für die insgesamt 54.000 Anleger frei gemacht, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Das Insolvenzverfahren wurde am Dienstag offiziell eröffnet. Entsprechende Angaben des Insolvenzverwalters Michael Jaffé bestätigte das Münchner Amtsgericht.

Das P&R-Management soll in großem Umfang Scheingeschäfte betrieben haben: Laut Insolvenzverwalter hatte die Unternehmensgruppe 1,6 Millionen Container in den Büchern stehen, die an Anleger verkauft wurden.

Tatsächlich existierten nach derzeitigem Stand jedoch nur knapp 620.000 Container. "Dass heute so viele Container fehlen, bedeutet nicht, dass diese früher vorhanden waren und dann verloren gingen", sagte Jaffé. Wie hoch der Schaden und wie viel Vermögen noch vorhanden ist, ist unklar.

Bekannt ist, dass die P&R-Anleger in den vergangenen fünf Jahren etwa 3,5 Milliarden Euro investierten.

Nach Einschätzung der Kanzlei handelte es sich vielmehr um ein Schneeballsystem: Das Geld neuer Kunden diente demnach dazu, um laufende Verbindlichkeiten aus Mietzahlungen und Rückkäufen gegenüber Altanlegern zu begleichen. "Da erhebliche Zahlungen für Container geleistet wurden, die es gar nicht gab, standen auch keine Mittel zur Verfügung, um die Containerflotte weiter aufzubauen und so die Fehlmengen zu reduzieren", sagte der Insolvenzverwalter.

Die ersten Gläubigerversammlungen sind für den 17. und 18. Oktober geplant - wegen der Vielzahl der Gläubiger wird die Münchner Olympiahalle als Versammlungsort dienen.


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