Wer klaut denn eine 200 Kilogramm-Skulptur?

Das zentnerschwere Kunstwerk wurde aus dem Garten des Damino-Chefs Dirk Ladenberger (47) geklaut.
Das zentnerschwere Kunstwerk wurde aus dem Garten des Damino-Chefs Dirk Ladenberger (47) geklaut.

Von Eric Hofmann

Großschönau - War da ein Kunstkenner am Werk? War es ein Zufallsklau? Einfach nur Unsinn? Klammheimlich mausten Ganoven eine zentnerschwere Skultpur vom Gelände der Damino-Fabrik. Selbst deren Chef stellt der kuriose Klau vor ein Rätsel.

1908 baute sich der Textilindustrie-Magnat Carl Oscar Haebler eine Villa in Großschönau, heute wohnt dort Dirk Ladenberger (47), Chef des Textilunternehmens Damino. Zum Nachlass des Vorgängers gehörte auch ein Brunnen im Villenpark mit der schönen, aber schweren Steinskulptur von fünf spielenden Kindern.

Jetzt ist das Kunstwerk spurlos verschwunden.

„Bei Baumfällarbeiten ist mir aufgefallen, dass die Skulptur weg ist“, so der Chef. „Selbst die ältesten Mitarbeiter wissen, dass sie schon immer hier stand“, so Ladenberger.

Die Polizei schätzt das Alter des Betonkunstwerks auf rund 90 Jahre, 200 Kilo schwer und 2000 Euro wert soll es sein. Der Damino-Chef ist beunruhigt: „Das kann keiner einfach wegtragen“, sagt er. „Die müssen hier mit dem Auto reingefahren sein. Mehr oder weniger direkt in meinen Garten!“

Doch warum klaut jemand ein paar verwitterte Betonfiguren? „Vielleicht sind sie ja von einem bekannteren Künstler“, spekuliert Ladenberger.

Noch hofft er: Vielleicht war die Kunst den Ganoven doch zu schwer - und findet sich wieder an.

Fotos: privat