Militär-Training im Dschungel: So hart werden Soldaten gedrillt

Großbritannien - Das Training der Anwärter für die britische Spezialtruppe SAS ist für seine extremen Anforderungen bekannt. Andy McNab, ein in England populärer Ex-SAS-Soldat, enthüllte nun die brutalen und zum Teil grausamen Trainingsbedingungen.

Unwirtliche Umgebungen wie etwa ein tropischer Dschungel werden oft bevorzugt gewählt, um den Rekruten alles abzuverlangen.
Unwirtliche Umgebungen wie etwa ein tropischer Dschungel werden oft bevorzugt gewählt, um den Rekruten alles abzuverlangen.  © DPA

Der Special Air Service (SAS) gilt als eine der härtesten Elite-Militäreinheiten der Welt, was vor allem auf den sehr anstrengenden Trainingsprozess zurückzuführen ist.

Die Standards, die von neuen Rekruten beim SAS erwartet werden, sind extrem hoch und erfordern ein Höchstmaß an Fitness und einen scharfes Koordinations- und Reaktionsvermögen.

SAS-Legende Andy McNab, der 1991 die unglückliche Mission Bravo Two Zero leitete, enthüllte gegenüber "Daily Star" nun erschreckende Details zum Militär-Training im Dschungel.

"Ich fand es sehr schwierig, weil es körperlich extrem anspruchsvoll ist. Die Ausbilder ziehen das durch, ohne zu wissen, wie gut oder schlecht es dir geht. Sie wissen es erst, wenn du aus dem Dschungel nach Großbritannien zurückkehrst."

Der Ausflug in den Dschungel hätte für McNab damals die größte Herausforderung dargestellt, da er die unwirtliche Umgebung noch nie zuvor besucht hatte.

Auch in heißen und trockenen Wüsten müssen junge Reservisten das Überleben erlernen.
Auch in heißen und trockenen Wüsten müssen junge Reservisten das Überleben erlernen.  © 123RF

Er fügte hinzu: "Das war ohne Zweifel das Schwierigste, denn ich war noch nie zuvor im Dschungel und musste lernen, wie man dort überlebt. Du wirst jeden Tag auf die Probe gestellt."

Der Ex-Soldat behauptete auch, dass die Soldaten während ihrer Herausforderungen scharfe Munition bekamen - was leicht hätte zu einer Tragödie führen können.

Dass McNabs Aussagen durchaus ernst genommen werden sollten, beweist ein missglücktes SAS-Auswahlverfahren aus dem Jahr 2013.

Damals starben beim Training im Wales drei britische Reservisten, nachdem sie bei Temperaturen von bis zu 30 Grad und über 20 Kilo schweren Rucksäcken einen Ausdauermarsch von knapp 27 Kilometer in unter neun Stunden absolvieren sollten. Unter den wahnsinnigen Bedingungen brachen die drei jungen Anwärter zusammen und verstarben wenig später aufgrund von Überhitzung.

Ein Gerichtsmediziner erhob damals schwere Vorwürfe gegen den SAS: Es habe zu wenig Aufklärung über die Risiken und keine ausreichende medizinische Versorgung während des Marsches gegeben.

Ein SAS-Sprecher sagte später: "Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter haben weiterhin oberste Priorität. Nach den tragischen Ereignissen haben wir die Richtlinien für die Prävention von Hitze und Krankheiten aktualisiert, um sicherzustellen, dass ein Vorfall wie dieser nicht erneut auftritt."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0