"Große Sorgen!" Deshalb warnt eine Ärztin vor dieser beliebten Netflix-Serie!

Die Highschool-Schülerin Hannah Baker (Katherine Langford) nimmt sich in der beliebten Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" selbst das Leben.
Die Highschool-Schülerin Hannah Baker (Katherine Langford) nimmt sich in der beliebten Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" selbst das Leben.

Dresden - "Tote Mädchen lügen nicht" fesselt gerade Millionen Zuschauer - doch einige Ärzte warnen schon regelrecht vorm Schauen der neuen mega-beliebten Netflix-Serie.

Zuerst einmal zum Inhalt der von Sängerin Selena Gomez mitproduzierten Serie: In "Tote Mädchen lügen nicht" ("13 Reasons Why") dreht sich alles um die Highschool-Schülerin Hannah Baker, die sich selbst die Pulsadern aufschnitt und in der Badewanne ihres Elternhauses verblutete.

Zuvor hatte das hübsche Mädchen 13 Kassetten aufgenommen, auf welchen sie die Gründe für ihren Selbstmord aufzählte und sie den schuldigen Personen, darunter 12 ihrer Mitschüler, zukommen ließ. Mobbing, Verrat und sexuelle Gewalt - dem Zuschauer bleibt in der 13 Episoden langen Staffel nichts erspart. Auch Hannahs Suizid wird unangenehm detailliert zur Schau gestellt.

Nachdem bereits australische und amerikanische Behörden und Einrichtungen Warnungen herausgaben, da die Serie besonders für junge Zuschauer zu Gefahr werden könne, äußerte nun auch eine Dresdner Psychologin ernsthafte Bedenken.

In einem Interview mit dem Stern sprach Dr. Ute Lewitzka, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention und Fachärztin für Psychotherapie und Psychiatrie am Uniklinikum Dresden, über die Serie und ihre Problematik.

Zuvor hatte das Mädchen 13 Kassetten aufgenommen, auf welchen sie unter anderem 12 ihrer Mitschüler erzählte, wie sie sie in den Selbstmord trieben.
Zuvor hatte das Mädchen 13 Kassetten aufgenommen, auf welchen sie unter anderem 12 ihrer Mitschüler erzählte, wie sie sie in den Selbstmord trieben.

Die Kritik an "Tote Mädchen lügen nicht" halte sie für berechtigt. Denn obwohl der Ansatz der Macher - auf das Thema Suizid aufmerksam zu machen - ein guter sei, sehe sie die Darstellung in der Serie sehr kritisch.

Jungen Menschen, welche sich möglicherweise in ähnlichen Situationen befinden, werde kein Alternative geboten und keine der vorhandenen Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Serie vermittle den Eindruck, dass ein Suizid der einzig mögliche Ausweg sei.

"Für Kinder und Teenager, die sich in einer Lebenskrise befinden, ist die Serie nicht geeignet. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Jugendlichen die Serie allein zu Hause ansehen, mache ich mir große Sorgen", so Lewitzka.

Es sei unheimlich wichtig, dass besonders Kinder und Jugendliche vermehrt über psychische Erkrankungen aufgeklärt werden. Dabei appelliert sie vor allem an die Lehrer: "Wenn die Serie beispielsweise an der Schule zusammen mit einem Moderator angesehen wird und den Schülern Raum für Gespräche gegeben wird, hilft das, Stimmungen aufzugreifen und das Thema zu diskutieren. Das ist auch eine echte Chance, das Thema überhaupt mal anzusprechen und zu entstigmatisieren", erklärt sie.

Und auch Eltern sollten das Gespräch mit ihren Kindern suchen: "Zumindest sollten sie ein Gespräch anbieten, in Richtung: 'Du siehst ja diese Serie. Das ist schon ein ganz schön schwieriges Thema. Wie geht es dir damit?' Sie sollten ihre Kinder auch in der nächsten Zeit beobachten, ob sich ihr Verhalten verändert."

Für Menschen mit Suizid-Gedanken gibt es viele Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen. Eine davon ist die anonyme und kostenlose Telefonseelsorge, die 24 Stunden am Tag unter 0800/1110111 oder 0800/1110222 erreichbar oder per E-Mail erreichbar ist. Außerdem bietet die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention hier zahlreiche Adressen für lokale Hilfsstellen.


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