Mysteriöser Giftalarm sorgt für Spezialeinsatz der Feuerwehr

Hamburg - Ein merkwürdiger Zwischenfall mit Chemie-Fässern in einem Logistikunternehmen hat in Hamburg für einen ordentlichen Schrecken bei den Arbeitern und einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt.

Giftfässer mit umweltschädlichem Inhalt, ähnlich den Fässern, die bei dem Vorfall im Hamburger Hafen beschädigt wurden.
Giftfässer mit umweltschädlichem Inhalt, ähnlich den Fässern, die bei dem Vorfall im Hamburger Hafen beschädigt wurden.  © 123RF

In dem Unternehmen, das relativ genau im Hafengebiet unter der Köhlbrandbrücke liegt, verformten sich am heutigen Donnerstag vier Fässer mit jeweils 200 Litern hochgefährlichem Inhalt auf der Palette eines Gabelstaplers. Das berichtet ein Sprecher der Feuerwehr Hamburg.

Auslöser des Vorfalls scheint den Einsatzkräften zufolge aber kein naheliegender Stapler-Unfall oder Ähnliches gewesen zu sein.

Eine mysteriöse, chemische Reaktion löste das offenbar Geschehen aus: Die Fässer begannen sich plötzlich von Innen auszudehnen und fingen daraufhin auch an sich zunehmend auszubeulen, erklärte der Feuerwehrsprecher.

Als die Fässer schließlich beschädigt wurden, schlugen Arbeiter Alarm. Die Folge: Ein große, umständlicher Einsatz der Feuerwehr.

Wie die Einsatzkräfte berichteten, befand sich in den Fässern eine bisher unbekannte, chemische Substanz. Die ist allerdings hochentzündlich und reagiert außerdem sehr schnell mit Wasser.

"Da hätte schon die Luftfeuchtigkeit ausreichen können, um eine Reaktion auszulösen", erklärt der Sprecher der Feuerwehr auf Nachfrage von TAG24.

Die Köhlbrandbrücke ist im Hamburger Hafen zu sehen.
Die Köhlbrandbrücke ist im Hamburger Hafen zu sehen.  © DPA

Aufgrund des dringenden Handlungsbedarfs rückten die Einsatzkräfte schnell mit ihrer Spezialausrüstung aus und trafen die nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Halle, in der sich der Vorfall ereignete, wurde geräumt, alle Arbeiter wurden evakuiert.

Dann übernahm die Feuerwehr in speziellen Chemieschutzanzügen. "Da kommt so gut wie keine Chemikalie durch", erklärt der Feuerwehrbeamte.

Um die glücklicherweise doppelt in Schutzfolie verpackten Fässer, zu sichern, rückten die Einsatzkräfte mit sogenannten "Überfässern an". Mit der zusätzlichen Verpackung und Sicherung der Fässer war die Gefahr schließlich gebannt.

In den Fässern lief scheinbar eine chemische Reaktion unkontrolliert ab, weswegen der Inhalt sich ausdehnte und die Fässer anfingen sich auffallend auszubeulen.

Dabei war der Vorfall sogar doppelt gefährlich: Nicht nur die chemische Reaktion, oder die Beschädigung der Fässer beunruhigten die Experten. Im Hafengebiet unter der Köhlbrandbrücke befinden sich Hallen und Unternehmen in unmittelbarer Umgebung zum Wasser. Die Situation an diesem Ort im Hafen, hätte bei der Art von Chemikalien also vermutlich sehr gefährlich werden können.

Dank des schnellen Handels der Giftalarm-Profis konnten die Fässer mit dem reaktionsfreudigen, chemischen Inhalt aber sicher verpackt und fachgerecht zur Entsorgung abtransportiert werden.

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