Großeinsatz in Nürnberg: Bombendrohung gegen ICE

Nürnberg - Die Bundespolizei bestätigt eine konkrete Bomben-Drohung gegen den ICE 706 aus München mit Fahrtziel Hamburg.

Der Nürnberger Hauptbahnhof im Ausnahmezustand.
Der Nürnberger Hauptbahnhof im Ausnahmezustand.  © nesws5/ Salg

Ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei läuft seit dem Montagnachmittag am Nürnberger Hauptbahnhof.

Wie die Bundespolizei auf Nachfrage bestätigte, liegt für den ICE 706 aus München, der auf dem Weg nach Hamburg war, eine konkrete Bomben-Drohung vor.

Der Zug stand zunächst an einer S-Bahn Haltestelle auf Höhe Dürrenhof, ehe er in den Hauptbahnhof Nürnberg einfahren konnte.

Die Fahrgäste mussten hier alle aussteigen, da der Zug geräumt wurde. Die Gleise 5-8 sind derzeit gesperrt.

Die polizeilichen Maßnahmen laufen noch. Spezielle Spürhunde durchsuchen den Zug, konnten aber noch nichts finden.

Wer und wie die Drohung ausgesprochen wurde, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht sagen. Rund 40 Polizeibeamte seien im Einsatz.

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Die Sperre konnte zwischenzeitlich aufgehoben werden. Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Nordbayern sind laut der Bahn jedoch erheblich.

Der Zug wurde von Spürhunden durchsucht.
Der Zug wurde von Spürhunden durchsucht.  © News5 /Salg

Die Fahrgäste hätten einen nachfolgenden ICE nutzen können, sagte eine Bahnsprecherin. Drei Fernzüge mussten nach ihren Angaben umgeleitet und mehrere Regionalzüge zurückgehalten werden. Betroffen waren die Strecken Nürnberg-Ingolstadt-München und Nürnberg-Regensburg.

Eine Bahn-Mitarbeiterin in einem Wartebereich des Hauptbahnhofs sagte, die Stimmung unter den Reisenden sei ruhig geblieben. Mit Verzögerungen von bis zu 40 Minuten lief der Zugverkehr rund um Nürnberg am späten Nachmittag wieder an.

Die Bombendrohung rief Erinnerungen an einen Vorfall von Anfang Oktober vergangenen Jahres wach. Ebenfalls auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-München war damals mit einem Drahtseil über der Strecke ein Anschlag verübt worden (TAG24 berichtete). Ein ICE raste nachts in das über den Gleisen gespannte Seil. Der Zug wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Die Bahn kontrollierte tags darauf die Stelle nahe Allersberg im Landkreis Roth, konnte aber nichts Verdächtiges finden.

Erst zweieinhalb Wochen später entdeckten Bahn-Mitarbeiter Reste des Drahtseils und alarmierten die Polizei. Diese stellte dreieinhalb Kilometer davon entfernt ein mehrseitiges Drohschreiben in arabischer Sprache sowie Holz und Eisenteile sicher, die vermutlich auf oder an den Schienen befestigt waren.

Daneben entdeckte die Polizei zudem ein Graffito mit arabischen Schriftzeichen. Die Ermittler prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Tatorten besteht.

Titelfoto: nesws5/ Salg

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