Sachsen fördert Zentrale der Frauenhäuser

Dresden - Ein kleiner Schritt gegen Gewalt, aber ein großer Schritt für bedrohte Frauen. Ab sofort koordiniert eine Anlaufstelle alle Frauenhäuser und Beratungsstellen im Freistaat. Das Ziel: ein eigener regionaler Dachverband zum Schutz von Frauen in Not.

Vereint gegen häusliche Gewalt, die Streiterinnen der neuen, nun staatlichen Fachstelle für Frauenhäuser: Andrea Pankau (57, v.l.), Katharina Wehner-Kreutze (33), Sindy Lohberg (32) und Susanne Köhler (58).
Vereint gegen häusliche Gewalt, die Streiterinnen der neuen, nun staatlichen Fachstelle für Frauenhäuser: Andrea Pankau (57, v.l.), Katharina Wehner-Kreutze (33), Sindy Lohberg (32) und Susanne Köhler (58).  © Eric Münch

Das Areal Strehlener Straße/Rabenerstraße in der Landeshauptstadt hat für Sachsen bislang nur Bedeutung, wenn es ums Geld geht. Hier sitzt das mächtige Finanzamt Dresden. Ähnlich wichtig ist vielleicht nur der nahe Hauptbahnhof.

Doch ab sofort arbeitet unter der "Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser und Interventionsstellen Sachsens" eine weitere unverzichtbare Einrichtung im Karree.

"Wir bündeln die Arbeit der Frauenschutzhäuser und stellen die Zusammenarbeit auf professionelle Beine. Bislang geschieht das nämlich nur ehrenamtlich", sagt Susanne Köhler (58), Vorsitzende des Landesfrauenrates.

14 Frauenhäuser gibt es bislang in Sachsen. Dort werden Frauen und gegebenenfalls ihre bedrohten Kinder liebevoll betreut. Hinzu kommen sieben Beratungsstellen. Doch das Netzwerk ist noch lose, die Öffentlichkeitsarbeit lässt zu wünschen übrig. Das soll sich ändern.

Mit der neuen, vom Freistaat finanzierten Stelle gibt es eine "Zentrale" (die Frauen nicht selbst berät, aber gern weitervermittelt) aus der laut Köhler ein Dachverband und damit eine echte Lobby wachsen soll.

Denn noch ist die Lage in Sachsen nicht optimal. Das Erzgebirge ist mit wohnortnahen Hilfsangeboten bislang unterversorgt, Nordsachsen gar ein weißer Fleck.

Übrigens: Auch die drei Männerhäuser in Plauen, Leipzig und Dresden sind künftig besser mit im Boot. Denn egal, ob weiblich oder männlich - geschützte Räume für Opfer häuslicher Gewalt sind Rettungsanker.

Die insgesamt 14 Frauenhäuser in Sachsen sind ungleichmäßig verteilt. Besonders Nordsachsen und das Erzgebirge weisen noch Leerstellen auf.
Die insgesamt 14 Frauenhäuser in Sachsen sind ungleichmäßig verteilt. Besonders Nordsachsen und das Erzgebirge weisen noch Leerstellen auf.  © Stepmap

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