Schweiß-Alarm! Frauenkirche muss geputzt werden

Gerüstbauer Enrico Michael (43) ist zum ersten Mal beim jährlichen Großputz in der Frauenkirche dabei.
Gerüstbauer Enrico Michael (43) ist zum ersten Mal beim jährlichen Großputz in der Frauenkirche dabei.

Dresden - Staubwedeln, wischen, ölen: In der Frauenkirche regieren bis Sonnabend die Handwerker! Erstmals seit dem Wiederaufbau wird beim jährlichen Großputz auch der kostbare Altar gereinigt.

Scheppernde Metallstangen und dröhnende Staubsauger statt bedächtiger Andacht und Orgelklänge: In der Frauenkirche wuseln jetzt täglich bis 40 Handwerker von 20 Firmen umher.

Der 9. Großputz seit der Wiedereröffnung 2005 ist dringend nötig: Bis zu 10.000 Besucher täglich hinterlassen Spuren! „Der Schweiß greift das Material an, geht ins Holz, verursacht dunkle Flecken“, sagt Architekt Thomas Gottschlich (50), Leiter der Kirchbauverwaltung.

Die vorderen Bankreihen wurden darum abmontiert, Verunreinigungen, Schlieren und Kratzer im Holz entfernt, der Boden wird gereinigt und mit Hartwachsöl poliert, Handläufe nachgestrichen.

Bis Sonnabend soll die Frauenkirche wieder glänzen.
Bis Sonnabend soll die Frauenkirche wieder glänzen.

„Für mich ist der Einsatz schon jetzt der Höhepunkt des Jahres“, freut sich Gerüstbauer Enrico Michael (43). Er ist zum ersten Mal dabei.

Damit der zwölf Meter hohe Altar ganz behutsam mit Ziegenhaarfedern abgestaubt werden kann, muss er erstmals eingerüstet werden. „Wir sind dabei natürlich besonders vorsichtig“, sagt der Gerüstbauer.

Falls doch etwas zu Bruch gehen sollte, sind die Firmen versichert. Bislang sei das aber noch nicht vorgekommen, so Gottschlich.

Während der Reinigungs- und Wartungsarbeiten bleibt das Haus Gottes geschlossen, ab Sonntag ist wieder geöffnet. Der Großputz kosten 40.000 Euro.

Insgesamt sind für den Erhalt der Frauenkirche jährlich eine halbe Million Euro fällig, inklusive Reinigungsarbeiten, Strom und Wärmekosten.

Tischlerin-Azubi Emmelie Kunz (20) schleift einen Fensterrahmen.
Tischlerin-Azubi Emmelie Kunz (20) schleift einen Fensterrahmen.
Über 20 Millionen Besucher haben in den letzten zehn Jahren ihre Spuren auf dem Fußboden hinterlassen.
Über 20 Millionen Besucher haben in den letzten zehn Jahren ihre Spuren auf dem Fußboden hinterlassen.

Fotos: Steffen Füssel


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0