Grüne sägen am Baum-ab-Gesetz!

Grünen-Politiker Wolfram Günther (42) sorgt sich um Sachsens Baumbestand. Er will das CDU/FDP-Gesetz wieder ändern.
Grünen-Politiker Wolfram Günther (42) sorgt sich um Sachsens Baumbestand. Er will das CDU/FDP-Gesetz wieder ändern.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Um das Baum-ab-Gesetz gab es 2009/10 Riesenzoff. Trotzdem wurde das FDP-Lieblingsprojekt von CDU und FDP durchgepeitscht - es ermöglicht das Fällen vieler Bäume weitgehend ohne Genehmigung. Die Grünen wollen dies jetzt rückgängig machen.

Das Recht, über sein Eigentum zu verfügen, sei schützenswerter als die ökologische Wirkung von Bäumen, hatte die FDP argumentiert.

Zudem gehe es um Entbürokratisierung. Kommende Woche berät der Landtag über den Gesetzentwurf der Grünen, der die Änderungen rückgängig machen soll.

„Die FDP ist ja nicht mehr da“, so Wolfram Günther (42, Grüne). Auch Gemeinden seien unglücklich mit der Rechtslage.

Günther: „Bis 2010 konnten Gemeinden Baumschutzsatzungen erlassen. Damit konnten Bäume und Sträucher umfassend und angepasst an lokale Verhältnisse geschützt werden.“

Jetzt gelte dies nur noch für ausgewählte Arten und Bäume mit Mindestgröße. „In Sachsen herrscht nun ein Bewusstsein, dass man fällen kann, wie man will.“

Zudem gebe es jetzt auch viel weniger Ersatzpflanzungen. Rolf Seidemann (45) vom Ökolöwe Umweltbund Leipzig: „Ich schätze, dass seit 2010 in Leipzig etwa 10 000 Bäume ersatzlos gefällt worden sind.“

Günther: „Der Freistaat soll sich weitestgehend raushalten, der jeweilige Stadtrat entscheidet. Das ist wahre Entbürokratisierung.“

Fotos: Ove Landgraf


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