Höhenflug in Umfrage: Grüne jetzt zweitstärkste Kraft in Hamburg

Hamburg - Die SPD verliert einer Umfrage zufolge auch in Hamburg weiter an Zustimmung - die Grünen dagegen setzen ihren Höhenflug fort.

Anjes Tjarks (links), Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bürgerschaft, und Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sowie Vizebürgermeisterin können sich über den Zuspruch der Wähler freuen (Archivbild).
Anjes Tjarks (links), Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bürgerschaft, und Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sowie Vizebürgermeisterin können sich über den Zuspruch der Wähler freuen (Archivbild).  © dpa/Markus Scholz

Wären am Sonntag Bürgerschaftswahlen, könnten die regierenden Sozialdemokraten nur noch mit einem Stimmenanteil von 30 Prozent rechnen, wie eine am Montag vorgestellte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hamburger Abendblatts ergab.

Das wären 15,6 Prozentpunkte weniger als bei der Bürgerschaftswahl 2015. Die mitregierenden Grünen könnten ihr 2015er Ergebnis (12,3) hingegen fast verdoppeln und würden mit 24 Prozent zweitstärkste Kraft.

Mit Ausnahme von SPD und CDU machen auch die übrigen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien laut Umfrage Boden gut.

So legen Linke auf 11 Prozent (2015: 8,5), die FDP auf 9 Prozent (7,4) und die AfD auf 7 Prozent (6,1) zu.

Die Christdemokraten landen hingegen mit 14 Prozent noch 1,9 Punkte hinter ihrem historisch schlechtesten Ergebnis bei der Bürgerschaftswahl 2015.

Die SPD unter Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher verliert an Zustimmung.
Die SPD unter Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher verliert an Zustimmung.  © dpa/Axel Heimken

Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten favorisierten das bestehende Regierungsbündnis aus SPD und Grünen. Eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP wird demnach von 11 Prozent befürwortet - ist allerdings derzeit rechnerisch nicht möglich.

Die SPD bewerte die aktuellen Zahlen als "Arbeitsauftrag", sagte die Landesvorsitzende Melanie Leonhard. Allerdings sein diese "sicherlich stark vom Bundestrend" geprägt.

"Mit Blick auf die Bezirkswahlen im Mai werden in den kommenden Monaten Hamburger Themen in den Fokus geraten und die gute sozialdemokratische Regierungsarbeit in der Hansestadt deutlicher zum Tragen kommen", sagte die Sozialsenatorin.

"Wir bohren seit Jahrzehnten dicke Bretter in Sachen Ökologie, Menschenrechte, weltoffene Gesellschaft und Chancengleichheit", sagte Grünen-Chefin Anna Gallina.

"Es ist toll, dass unsere Politik von den Menschen so positiv angenommen wird." Zugleich warnte sie vor zu viel Euphorie: "Wie immer gilt: Eine Umfrage ist eine Umfrage ist eine Umfrage." Bis zur Bürgerschaftswahl 2020 sei es noch ein weiter Weg.

Die Linksfraktionsvorsitzende Cansu Özdemir verwies darauf, dass ihre Partei in allen Umfragen seit der Wahl 2015 über zehn Prozent gelegen habe. "Hamburg braucht eben eine echte linke Kraft, die sich für Grundrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzt – und die gibt es mit uns auch."

Auch Hamburgs FDP-Vorsitzende Katja Suding zeigte sich über den Zuwachs an Zustimmung erfreut. "Mit neun Prozent gehen wir hochmotiviert, gestärkt und mit kräftigem Wind im Rücken in das neue Jahr. Besser als mit neun Prozent sind wir lange nicht mehr gestartet."

Im kommenden Jahr wird die Bürgerschaft neu gewählt. Aktuelle regiert Rot-Grün unter Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (52, SPD).

Titelfoto: dpa/Markus Scholz


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