Grüne fordern Zwickauer Katzen zu kastrieren

Tierschutzvereins-Chefin Claudia Ruf (42) mit einem Streuner. Nur in ganz seltenen Fällen kann der Verein die Tiere aufnehmen.
Tierschutzvereins-Chefin Claudia Ruf (42) mit einem Streuner. Nur in ganz seltenen Fällen kann der Verein die Tiere aufnehmen.

Von Doreen Grasselt

Zwickau - Katzenjammer in Zwickau: Weil es in der Stadt zu viele Streuner gibt, soll der Stadtrat in der nächsten Sitzung über eine Aufnahme der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in die Polizeiverordnung entscheiden.

Das sei laut Antrag der Fraktion BfZ/Grüne vor allem wichtig, weil die Tiere oft krank oder von Würmern und Flöhen befallen sind.

„Es gibt bereits ein Fütterungsverbot“, erklärt Fraktionschef Tristan Drechsel (60). „Eine Kastrationspflicht wäre eine Ergänzung dazu. Die Kontrolle wird zwar schwierig, aber es geht um die Verantwortung.“

Diese liege auch bei Hauskatzenbesitzern, deren Stubentiger regelmäßig nach draußen können.

Tristan Drechsel (60, BfZ/Grüne).
Tristan Drechsel (60, BfZ/Grüne).

Zwickauer Tierschützer bestätigen das. „Wer füttert, übernimmt auch gleichzeitig die Verantwortung für die Jungtiere“, erklärt Claudia Ruf (42), Chefin des Tierschutzvereins in Vielau.

„Denn eine gut genährte Katze kann bis zu sechs Jungtiere groß kriegen. Und das bis zu drei Mal im Jahr. Füttern und Kastrieren gehören unmittelbar zusammen.“

Die Kosten für die Kastration - etwa 100 Euro - müssten die Halter selbst übernehmen. Dazu gehört auch eine Kennzeichnungspflicht.

„Dabei wird ein Chip auf der linken Halsseite unter der Haut eingesetzt“, erklärt die Expertin. Der Tierschutzverein kastriert im Jahr etwa 60 Katzen auf Kosten der Stadt.

Fotos: Ralph Koehler, PR


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