Einbruch im Grünen Gewölbe: Neues Detail in Überwachungsvideo entdeckt!

Dresden - Der bekannte Kunstmarktdetektiv Willi Korte (65) findet, dass es den Einbrechern im Grünen Gewölbe zu leicht gemacht wurde.

Kunstmarktdetektiv Willi Korte (65) wundert sich, wie leicht es die Diebe hatten. Die Diebe brauchten nur wenige Minuten, flohen unerkannt.
Kunstmarktdetektiv Willi Korte (65) wundert sich, wie leicht es die Diebe hatten. Die Diebe brauchten nur wenige Minuten, flohen unerkannt.  © dpa/Matthias Balk/Holm Helis

Er verwies auf Gitter, die durchgesägt werden können, Fenster, die sich öffnen lassen, Videoaufzeichnungen ohne Beleuchtung und Wachpersonal, das trotz Bewaffnung nicht sofort eingreift.

"Im Zweifelsfall ist ein hochpreisiger Juwelier besser gesichert."

Und bei diesen Händlern in den großen Städten seien die Schaufenster in der Nacht leer und die Auslagen weggeschlossen.

"Bei den Juwelen würde ich einen Auftragsdiebstahl nicht ausschließen, denn sie waren meiner Meinung nach hier das Ziel."

In den letzten Jahren habe es vermehrt Fälle gegeben mit Bezügen zu Banden aus Osteuropa, die teils gewerbsmäßig solche Einbrüche organisieren.

"Meine große Befürchtung ist, dass die Steine herausgebrochen und individuell verkauft werden."

Axtmann hat seine Hose in die Socken gestopft

Am Terrassenufer sicherten die Ermittler am Donnerstag einen Fetzen Stoff.
Am Terrassenufer sicherten die Ermittler am Donnerstag einen Fetzen Stoff.  © Eric Hofmann

Viel ist auf dem miesen Video der Überwachungskamera nicht zu erkennen. Und doch sind in kurzen Sequenzen einige interessante Details zu entdecken.

So trägt einer der Axtmänner offenbar blaue Turnschuhe mit weißer Sohle. Und: Er hat sich die Hosenbeine in die Socken gesteckt.

Kein modischer Fauxpas aus der Jugendkultur, sondern tatsächlich Methode professioneller Einbrecher.

Sinn des ungewöhnlichen Kleidungsstils ist es, zu verhindern, dass Härchen oder Hautschuppen von den Beinen herabfallen und somit den Ermittlern DNA-Hinweise liefern. Auch beim Ein- und Ausstieg aus dem Fenster dürfte der Trick geholfen haben.

Die Ermittler suchen nach wie vor nach Spuren, erst am Donnerstagnachmittag stellten sie auf dem Terrassenufer einen Fetzen lila Stoff sicher.

Vielleicht ein Tuch, das beim Entzünden des Stromkastens Verwendung fand. "Wir planen, den Tatort im Grünen Gewölbe Freitagvormittag freizugeben", so Sprecher Marko Laske (45).

Dann können die Mitarbeiter mit dem Aufräumen beginnen. Wann wieder Besucher hineindürfen, steht noch nicht fest.

Im Überwachungsvideo sieht man, dass der Juwelendieb die Hose in die Socken gestopft hat.
Im Überwachungsvideo sieht man, dass der Juwelendieb die Hose in die Socken gestopft hat.  © Polizei

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