Grünes Licht für neuen Stadtteil: Oberbillwerder kommt

Hamburg - Nach jahrelangen Planungen hat der Senat grünes Licht für den 105. Hamburger Stadtteil Oberbillwerder gegeben.

Auf dieser großen Grünfläche soll Oberbillwerder entstehen.
Auf dieser großen Grünfläche soll Oberbillwerder entstehen.  © DPA

Mit dem Beschluss des sogenannten "Masterplans" könne nun auf bezirklicher Ebene mit der Konkretisierung der Bauplanung begonnen werden, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung.

Der Plan, der in dem 124 Hektar umfassenden Gebiet westlich von Bergedorf und nördlich der S-Bahnstation Allermöhe den Bau von 7000 Wohnungen für 15.000 Menschen vorsieht, werde dann "Stück für Stück in die Realität umgesetzt".

Die ersten Häuser sollen nach Angaben der städtischen Quartierentwicklungsgesellschaft IBA Mitte der 2020er Jahre auf der bisher noch grünen Wiese stehen. Bis 2040 solle das Projekt abgeschlossen sein.

Der neue Stadtteil solle alle Anforderungen an das moderne Leben in der Großstadt erfüllen, sagte Tschentscher: "moderne Wohnungen, nachhaltige Energie- und Wasserkonzepte, Anbindung an die Schnellbahn sowie kurze Wege zu Freizeit- und Erholungsräumen."

Vorgesehen sei eine Bebauung mit Geschosswohnungen, Stadt- und Einzelhäusern in einem grünen und teils vom Wasser bestimmten Umfeld, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Ein "grüner Loop", ein Ring aus Grünanlagen mit frei zugänglichen Freizeit- und Sportangeboten, soll den Stadtteil mit seinen fünf unterschiedlichen Quartieren durchziehen und sie miteinander verbinden.

Auch 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Zudem würden dort innovative Verkehrs- und Energiekonzepte umgesetzt.

Nicht alle sich freuen sich auf den Bau eines komplett neuen Quartiers.
Nicht alle sich freuen sich auf den Bau eines komplett neuen Quartiers.  © DPA

In elf sogenannten Mobility Hubs könnten Anwohner ihre Autos "stapeln", um die Straßen frei von parkenden Autos zu halten, sagte IBA-Geschäftsführerin Karen Pein. Außerdem seien dort Ladestationen für E-Autos und Carsharing-Stationen geplant.

"Die Mobility Hubs bündeln die Verkehre und werden zu lebendigen Quartierszentren und im Sinne der Mehrfachcodierung nutzen wir Dachflächen auch zur Energiegewinnung oder für Urban Gardening."

Die Opposition in der Bürgerschaft zeigte sich indes skeptisch, was die jahrzehntelangen Arbeiten angeht.

"Der Verlust der Kulturlandschaft, die negativen Einflüsse auf das Dorf Billwerder und auf den gesamten Bezirk sowie der stark steigende Verkehr in großen Teilen des Bezirks, scheinen hier keinerlei Rolle zu spielen", meinte der Bergedorfer CDU-Abgeordnete Dennis Gladiator.

"All die schönen Pläne können nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem Großprojekt die problematische Versiegelung der Stadt vorangetrieben wird, ohne dass nach Alternativen gesucht wurde", sagte sein Linken-Kollege Stephan Jersch.

Die FDP nannte die Weiterentwicklung Oberbillwerders zu einem attraktiven Wohnquartier "sinnvoll". Allerdings müsse bereits vor Baubeginn die Verkehrsanbindung stärker in die Planungen einfließen.

"Sonst droht im Südosten Hamburgs ein weiteres Verkehrs-Chaos", warnte der stadtentwicklungspolitische Sprecher, Jens P. Meyer.

"Oberbillwerder - Die vernetzte Stadt" prangt während der Landespressekonferenz in großen Lettern über (vlnr.) Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg, Dorothee Stapelfeldt (SPD), Stadtentwicklungssenatorin und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürge
"Oberbillwerder - Die vernetzte Stadt" prangt während der Landespressekonferenz in großen Lettern über (vlnr.) Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg, Dorothee Stapelfeldt (SPD), Stadtentwicklungssenatorin und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürge  © DPA

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