Krebserregendes Gift im Fußboden: Grundschule muss geräumt werden!

Martinroda - Wegen zu hoher Schadstoffwerte in alten Fußbodenschichten muss eine Grundschule in Martinroda im Ilm-Kreis geräumt werden.

Die Grundschule wird nach den Sommerferien erst einmal nicht öffnen.
Die Grundschule wird nach den Sommerferien erst einmal nicht öffnen.  © DPA

Die Schüler sollen nach den Ferien zunächst in einer anderen Schule in Plaue unterkommen, wie das Landratsamt des Ilm-Kreises mitteilte.

Die Hortbetreuung soll bis zum Ende der Sommerferien noch in den unbelasteten Räumen der Martinrodaer Schule stattfinden und dann ebenfalls zum Schuljahresbeginn nach Plaue umziehen.

Bereits Anfang des Jahres wurde der Kreis auf einen chemischen Geruch in einem Klassenraum hingewiesen. Bei einer Untersuchung wurde dann in mehreren Räumen der Schule eine Überschreitung des Naphthalin-Richtwertes festgestellt.

Die Eltern seien bereits per Post über die Räumung der Schule und die Verlegung des Unterrichts informiert worden, sagte eine Sprecherin des Kreises. Die Martinrodaer Schule wurde nach Angaben des Kreises in den 1960er-Jahren gebaut.

Damals seien oft teerhaltige Materialien in den Sperrschichten für den Fußbodenaufbau verwendet worden, hieß es. "Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dort die Ursache für die Schadstoffbelastung zu suchen", erklärte der Kreis.

Stichproben würden diese Annahme bislang stützen. Die Sperrschichten müssen nun in allen betroffenen Räumen entfernt werden. Bislang sei jedoch nicht absehbar, wie lange sich die Arbeiten hinziehen werden.

Was ist Naphthalin?

Naphthalin ist ein Kohlenwasserstoff. Sein charakteristischer Geruch riecht wie Mottenpulver oder Teer, der Stoff gilt aus Umwelt- und Gesundheitsschädlich. Zudem gehen Experten davon aus, dass der Stoff krebserregend ist.

Früher wurde der Stoff besonders in Mottenkugeln verwendet, weil sein Geruch aber nicht sehr angenehm ist und auch die Motten sich nicht wirklich abschütteln ließen, wurde dies wieder eingestellt. Heute benutzt man den Stoff bei der Herstellung von Lösungsmitteln, Kraftstoffen und Kunststoffen.

Gelangt Naphthalin an die Haut, kann das zu starken Reizungen und Dermatitis (Ekzemen) führen. Zudem kann es die roten Blutkörperchen schädigen und beim einatmen nicht nur für Kopfschmerzen und Übelkeit führen, sondern auch zu Verwirrtheitszuständen und Schleimhautreizungen.

Titelfoto: DPA

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