Zwei Millionen Euro! Das wird Dresdens teuerstes Grundstück

Dresden - Es ist das ambitionierteste Bauprojekt der Stadt: Ab 2020 soll auf dem Ferdinandplatz für 162 Millionen Euro ein neues Rathaus für bisher in Mietobjekten untergebrachte Mitarbeiter gebaut werden.

Momentan ist das winzige Grundstück Teil des großen Parkplatzes auf dem Ferdinandplatz. 2020 soll hier ein neues Rathaus gebaut werden.
Momentan ist das winzige Grundstück Teil des großen Parkplatzes auf dem Ferdinandplatz. 2020 soll hier ein neues Rathaus gebaut werden.  © Petra Hornig

Doch noch immer blockiert ein 350 Quadratmeter großes Privatgrundstück die Planungen. Die Stadt ist jetzt gezwungen, dem Eigentümer dafür einen Mondpreis zu zahlen.

In internen Akten wird das Mini-Grundstück am Rande des Ferdinandplatzes ungeniert als potenzielles "Schikaniergrundstück" bezeichnet. Soll heißen: Der promovierte Eigentümer aus dem Schwäbischen könnte den kompletten Neubau verhindern oder auf Jahre unmöglich machen.

Die Stadt will daher für 350 Quadratmeter unglaubliche 2,03 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von 5 800 Euro. Marktüblich wären 1 600 Euro. Die Verwaltung begründet das in der öffentlichen Ratsvorlage mit "weichen Faktoren".

Hinter den Kulissen wird knallhart gegengerechnet: Jedes Jahr Bauverzug kostet 1,6 Mio. Euro an steigenden Baukosten. Dazu kommen 2,2 Mio. Euro pro Jahr für länger laufende Mietverträge.

Im schlechtesten Fall folgen 33 Mio. Euro für Container, in die die Verwaltung umziehen müsste, falls das neue Rathaus nicht rechtzeitig fertig würde.

Das letzte Wort hat jetzt der Stadtrat - und der tut sich sichtlich schwer. "Ich bin entsetzt über die Pläne der Verwaltung. Sämtliche Dämme scheinen zu brechen. Was die Stadt vorhat, ist nicht vermittelbar", so Tilo Wirtz (51, Linke).

Grüne-Stadtrat Michael Schmelich (63): "Spekulantentum darf nicht mit Steuergeldern subventioniert werden. Vielleicht muss man sich auf ein Enteignungsverfahren einlassen."

Grünen-Stadtrat Michael Schmelich (63) kritisiert die Pläne der Verwaltung.
Grünen-Stadtrat Michael Schmelich (63) kritisiert die Pläne der Verwaltung.  © Erik Münch

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0