Gruppe Freital-Prozess: Dieser Mann belastet Timo S. schwer!





Felix W. (23) erklärte im Zeugenstand mehrfach, dass Timo S. „über Leichen gehen würde“.
Felix W. (23) erklärte im Zeugenstand mehrfach, dass Timo S. „über Leichen gehen würde“.  © DPA/Ove Landgraf

Dresden - Erneut schwere Beschuldigungen gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ im Terror-Prozess. Am Freitag sagte ein Zeuge vor allem gegen den Hauptangeklagten Timo S. (28) aus: „Der würde über Leichen gehen.“

Dabei waren sie mal Freunde. Felix W. (23) meldete Anti-Asyl-Demos an, Timo war Chef der Bürgerwehr Freital.

Heute sitzt Timo mit sieben weiteren Beschuldigten (19 - 39) wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und versuchtem Mord auf der Anklagebank. Felix belastete ihn als Zeuge schwer.

Denn die „Bewunderung“ für Timo schlug im Juni 2015 schlagartig um: Damals verfolgten die Rechten um Timo S. in zwei Autos den Golf von Asyl-Befürwortern.

Darin saß auch Johann Dulig (22), Sohn von Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (43, SPD). Das Auto wurde gestoppt, demoliert, Glassplitter flogen, es gab Verletzte.





Der Hauptangeklagte Timo S. (28, re.) 
wurde am Freitag massiv belastet.
Der Hauptangeklagte Timo S. (28, re.) wurde am Freitag massiv belastet.  © DPA

„Da hatte ich Angst um mein Leben“, so Felix, der in einem „Angreiferauto“ saß. „Herr S. war hasserfüllt und wahnsinnig.“

Felix, der nach dem Vorfall bei der Polizei auspackte und sich komplett aus dem Millieu löste, erklärte: „Ich kann es nur immer wieder sagen. Herr S. geht über Leichen.“

Passt ins Bild: So sollten laut Polizei Zeugen oder „Verräter“ beseitigt werden. Am Freitag wurde bekannt, dass Timo S. jüngst im Knast Geld geboten haben soll, um dem Mitangeklagten Justin S. (19) die Zähne auszuschlagen. Dieser hatte ihn schwer belastet.

Andere Zeugen schwiegen im Gericht: So der Freitaler NPD-Stadtrat Dirk A. (49).

„Da ich aus den Medien erfahren habe, dass gegen mich ermittelt wird, verweigere ich die Aussage“, murrte er. Tatsächlich ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen den Politiker wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Er soll der „Gruppe Freital“ Tipps gegeben haben, wo „die Linken“ demonstrieren. Übrigens: Wie die MOPO erfuhr, ließ sich Dirk A. seit Anfang November 2016 nicht mehr im Stadtrat blicken - entschuldigt. Auch davor fehlte er oft.

Auf dem Zeugenstuhl saß kurz auch Sebastian S. (23). Er verweigerte die Aussage und ging. Gegen den Fachlageristen wird ebenfalls ermittelt. Er soll dabei gewesen sein, als das Auto des Linke-Stadtrats Michael Richter (40) gesprengt wurde. Der Prozess wird fortgesetzt.





Der Freitaler NPD-Stadtrat Dirk A. 
(49) war nur kurz im Terror-Prozess, verweigerte die Aussage und ging 
wieder.
Der Freitaler NPD-Stadtrat Dirk A. (49) war nur kurz im Terror-Prozess, verweigerte die Aussage und ging wieder.  © Ove Landgraf

Titelfoto: DPA/Ove Landgraf


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