Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Deutscher Angeklagter spricht über Tatnacht

Freiburg - Eine 18-Jährige wird nachts in Freiburg vor einer Disco von mehreren Männern vergewaltigt. Elf Männer stehen als Angeklagte deshalb vor dem Landgericht Freiburg. Erstmals äußern sollen sie sich nun zu den Vorwürfen. Doch die meisten Angeklagten wollen schweigen.

In diesem Gebüsch soll sich die Tat ereignet haben.
In diesem Gebüsch soll sich die Tat ereignet haben.  © DPA

Im Prozess um die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg sollen sich von Mittwoch (13 Uhr) an Angeklagte erstmals zu den Vorwürfen äußern können.

Sie wurden bislang lediglich zu den Personalien vernommen. Einer der elf Angeklagten hat angekündigt, er werde zu den Vorwürfen gegen ihn aussagen. Ein anderer wird eigenen Angaben zufolge über seinen Anwalt eine Erklärung abgeben.

Die übrigen Angeklagten wollen zu den Vorwürfen schweigen. Es ist der vierte Verhandlungstag in dem Prozess, der Ende Juni vor dem Landgericht Freiburg begonnen hat.

Angeklagt sind elf Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober vergangenen Jahres eine 18-Jährige nachts in Freiburg nach einem Discobesuch in einem Gebüsch vor der Diskothek vergewaltigt zu haben.

Für den Prozess sind Verhandlungstage bis Ende Dezember geplant. Einen Termin für mögliche Urteile gibt es noch nicht.

Einer der Angeklagten weist Vorwürfe zurück

Die Männer müssen sich vor dem Landgericht Freiburg verantworten.
Die Männer müssen sich vor dem Landgericht Freiburg verantworten.

Update 16.40 Uhr: Der erste von elf Angeklagten hat die in der Anklage erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Die junge Frau habe in einem Gebüsch vor der Diskothek eindringlich Sex verlangt, sagte der 25 Jahre alte Deutsche am Mittwoch vor dem Landgericht Freiburg. Er sei diesem Wunsch gefolgt, Gewalt habe es keine gegeben. Es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt.

Die auf dem Boden liegende Frau, die ihm unbekannt gewesen sei, habe sichtbar unter Drogen gestanden. Er sei danach zurück zu seiner Freundin in die Disco gegangen, ohne sich um die 18-Jährige zu kümmern.

Der Deutsche ohne Migrationshintergrund ist in dem Strafprozess der bislang einzige Angeklagte, der sich zu den Vorwürfen äußert.

Die anderen haben angekündigt, zu den Vorwürfen schweigen zu wollen.

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