Gruppenvergewaltigung Freiburg: Kommt ein Angeklagter aus der U-Haft frei?

Freiburg - Nach der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg soll einer der elf Angeklagten nach dem Willen von Verteidigung und Staatsanwaltschaft nach elf Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin vor Prozessbeginn im Landgericht. (Archivbild)
Der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin vor Prozessbeginn im Landgericht. (Archivbild)  © Patrick Seeger/dpa

Der Vorwurf der Vergewaltigung gegen den 25 Jahre alten Mann aus Syrien könne nicht aufrechterhalten werden, sagte Staatsanwalt Rainer Schmid am Montag vor dem Landgericht Freiburg. Es gebe keine Beweise; es seien von ihm auch keine DNA-Spuren gefunden worden.

Es bleibe der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Dieser rechtfertige aber keine U-Haft mehr. Ob der Haftbefehl aufgehoben wird, muss das Gericht entscheiden.

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen die zehn anderen Angeklagten bleiben bestehen, wie der Staatsanwalt sagte. Angeklagt in dem Ende Juni begonnen Prozess sind elf Männer von 18 bis 30 Jahren - die meisten von ihnen sind Flüchtlinge.

Sie sitzen seit ihren Festnahmen alle in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober 2018 die 18-Jährige nachts in Freiburg nach einem Discobesuch in einem Gebüsch vor der Diskothek vergewaltigt zu haben.

Sie bestreiten dies oder schweigen zu den Vorwürfen. Einen Termin für mögliche Urteile gibt es laut Gericht noch nicht.

Angeklagt sind elf Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. (Archivbild)
Angeklagt sind elf Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren, die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. (Archivbild)  © Patrick Seeger/dpa

Update 16.15 Uhr: Verteidiger Robert Phleps sagte, im Falle einer Verurteilung des 25-Jährigen wegen unterlassener Hilfeleistung würde dem Angeklagten eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft drohen, weshalb eine U-Haft nicht mehr gerechtfertigt sei.

Ähnlich wie beim 25-Jährigen sehe es bei zwei weiteren der elf Angeklagten aus, fügte der Verteidiger hinzu.

Auch von ihnen seien keine DNA-Spuren gefunden worden. Von den acht übrigen Angeklagten habe die Polizei DNA am Opfer des Verbrechens oder seiner Kleidung entdeckt.

Ob es sich um Vergewaltigung handele, müsse das Gericht entscheiden. Nach Angaben einiger Verteidiger habe die Frau Sex verlangt. Der Polizei zufolge wurde die Frau bei der Tat jedoch verletzt. Sie sei mit Gewalt festgehalten und zu Sex gezwungen worden.

Der Prozess begann Ende Juni. Er wird am kommenden Mittwoch mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt und nach Angaben des Gerichts bis ins nächste Jahr dauern.

Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

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