Gruselfund auf Campingplatz: Sieben Leichen entdeckt!

Fehmarn - Auf der Ostseeinsel Fehmarn haben Archäologen die Überreste von weiteren Toten gefunden. Vor wenigen Tagen waren dort auf der Baustelle eines Campingplatzes die ersten Skelett-Knochen gefunden worden (TAG24 berichtete).

Ein Schädel liegt auf dem Campingplatz Flüggerteich im Erdreich.
Ein Schädel liegt auf dem Campingplatz Flüggerteich im Erdreich.  © DPA

Insgesamt seien bislang sieben Leichen gefunden worden, sagte Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt am Mittwoch. "Die Toten liegen in drei Gräbern jeweils in einem Meter Tiefe. Die Ost-West-Ausrichtung der Gräber lässt auf eine christliche Bestattung schließen", sagte Clausen.

Doch wer die Toten waren, woran und vor allem wann sie gestorben sind, sei bislang rätselhaft, sagte er. "Wir haben in den Gräbern keine Kleidung, keine Waffen und keine Ausrüstungsgegenstände gefunden, die eine zeitliche Zuordnung ermöglichen würden", sagte der Archäologe.

Fest stehe bislang nur, dass die Skelette sicher von jungen Erwachsenen stammen. Angaben zum genauen Alter und zum Geschlecht konnte Clausen zunächst nicht machen. "Das müssen weitere forensische Untersuchungen klären", sagte er.

Die Knochen waren bei Tiefbauarbeiten auf einem Campingplatz in Flügge im Westen der Ostseeinsel entdeckt worden. Eine Gerichtsmedizinerin hatte festgestellt, dass sie älter als 100 Jahre alt sind.

Zwei der Gräber wurden inzwischen geöffnet. "In einem lagen zwei Skelette übereinander und es fehlten einige Leichenteile", sagte Clausen. Die Knochen müssen nun gesäubert und für weitere wissenschaftliche Untersuchungen vorbereitet werden. Das dritte Grab soll in den nächsten Tagen geöffnet werden. Weitere Grabungen sind nach derzeitigem Stand nicht geplant.

Die Archäologen hoffen, dass forensische Untersuchungen der Knochen Licht in den geheimnisvollen Fall bringen können. "Im Moment können wir nur spekulieren", sagte Clausen.

Es könne sich beispielsweise um Soldaten handeln, die bei der Seeschlacht von Fehmarn im Jahr 1715 ums Leben gekommen sind, sagte er. Bei dem Gefecht zwischen der dänischen und der schwedischen Flotte kamen mehr als 400 Männer ums Leben.

"Vielleicht wurden sie am Strand angespült und von den Inselbewohnern begraben", sagte Clausen. «"Doch es kann auch ganz andere Gründe geben, die wir vielleicht nie herausfinden werden."

Mitarbeiter vom Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein haben auf dem Campingplatz drei Skelette freigelegt.
Mitarbeiter vom Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein haben auf dem Campingplatz drei Skelette freigelegt.  © DPA

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