Dreijähriger verschwand spurlos: So spürte man ihn 18 Jahre später doch noch auf

Guangdong (China) - Er war drei Jahre alt, als er spurlos verschwand. 18 Jahre später traf der Chinese Yu Weifeng (21) am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals wieder auf seine Eltern. Er wurde dank modernster Polizeitechnik doch noch gefunden, berichtet exklusiv der "Daily Star".

Yi Weifeng im Alter von drei Jahren.
Yi Weifeng im Alter von drei Jahren.  © Asia Wire

Yi Weifeng wurde am 6 Mai 2001 in Guangdong vermisst gemeldet. Er hatte einen Tag zuvor auf der Baustelle gespielt, auf der sein Vater, Yu Xingquan, damals arbeitete. Doch plötzlich war der Dreijährige nicht mehr zu sehen - wie vom Erdboden verschluckt.

Seine Eltern suchten daraufhin in zahlreichen Städten nach Weifeng, fanden jedoch keine Spur von ihm. Der Ermittler Zheng Zhenhai, der den Fall mit aufgeklärt hatte, sagte auf der Pressekonferenz, dass Weifeng sich weigerte zu glauben, dass er ein entführtes Kind war, als man ihn fand.

Aber seine DNA bestätigte, dass er der Sohn von Yu Xingquan und seiner Frau Rong Muhuan ist. Der Ermittler Zheng erklärte: "Wir haben den Fall am Tag nach dem Vorfall aufgenommen und nie aufgegeben... Die Technologie war zu dieser Zeit begrenzt. Wir haben das Überwachungsmaterial überprüft, aber es kamen einfach zu viele Leute in und aus der Gegend."

Dann wurde jedoch eine neue Technologie entwickelt, die viele an "FaceApp" erinnern dürfte. Eine vom chinesischen Technologie- und Internetdienstleister Tencent entwickelte Künstliche Intelligenz konnte mit hoher Genauigkeit vorhersagen, wie der vermisste Junge heute aussehen würde.

Die Polizei ermittelt derzeit, was genau vorgefallen ist

Emotionales Wiedersehen vor allen Dingen für seine Eltern. Yi Weifeng (21) wusste nicht, dass er einst entführt wurde.
Emotionales Wiedersehen vor allen Dingen für seine Eltern. Yi Weifeng (21) wusste nicht, dass er einst entführt wurde.  © Asia Wire

Da China derzeit immer stärker auf Gesichtserkennungstechnolgie setzt, war es nun möglich beide Technologien miteinander zu verknüpfen.

Die Software hat ungefähr zwei Monate damit verbracht, zahlreiche "Kandidaten" zu sortieren, bevor Weifeng, der momentan in der Provinzhauptstadt Guangzhou studiert, herausgefiltert wurde.

Weifengs Vater sagte bei der emotionalen Wiedervereinigung: "Wir sind auch seinen Pflegeeltern sehr dankbar, dass sie ihn 18 Jahre lang großgezogen haben... Sein Pflegevater wird von nun an wie ein Bruder für mich sein. Mein Sohn wird zwei Väter haben."

Die Polizei von Futian (einem Stadtbezirk in Guangdong) erklärte, sie untersuche immer noch Einzelheiten der Entführung von 2001, ohne dass bisher Verhaftungen angekündigt wurden.

Ob seine Adoptiveltern wussten, dass Weifeng gekidnappt wurde oder ihn gar selbst entführten, ist derzeit also vollkommen offen.

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