Günstig von Dresden nach Prag? Bahn lässt Billigticket klammheimlich sterben

Dresden/Prag - Für knapp zehn Euro von Dresden nach Prag, und das auch noch gepflegt im Eurocity? Bis vor einen Monat ging das - mit dem so genannten "10er-Ticket-Prag". Leider hat die Bahn das Schnäppchen klammheimlich sterben lassen.

Im Zweistundenrhythmus fahren tagsüber die Eurocity-Züge nach Prag. Nun leider nicht mehr ganz so günstig...
Im Zweistundenrhythmus fahren tagsüber die Eurocity-Züge nach Prag. Nun leider nicht mehr ganz so günstig...  © Steffen Füssel

Seit 2015 gab es das Angebot. Zehn Einzelfahrten (zum Beispiel fünfmal hin und fünfmal zurück) kosteten zuletzt nur 99 Euro, abzufahren binnen eines Jahres. Selbst Flixbus oder der tschechische Konkurrent Regiojet sind da mittlerweile teurer (ab 11,99 pro Strecke).

Mit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember verschwand das - ohnehin reichlich versteckte - Angebot der Bahn nun aus Internet und Ticket-Automaten.

"Leider blieben die Verkaufszahlen dieses durchaus attraktiven Angebots mit jährlich weniger als 200 Tickets weit unter unseren Erwartungen, weshalb wir den Verkauf zum 9.12.2018 eingestellt haben", heißt es von der Bahn.

Nur: Wie sollten Bahnkunden von dem Angebot wissen, wenn selbst Mitarbeiter in den Reisezentren es nicht kannten?

Ronny Hausdorf (41), Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Mitteldeutschland, ist jedenfalls enttäuscht. "Wir finden es im Zeitalter des europäischen Zusammenwachsens schade, dass solche günstigen Angebote eingestellt werden", sagt er. Offenbar bestünde seitens der Bahn kein Interesse, Auslandsverbindungen offensiv anzubieten.

Für eine einfache Fahrt (ohne Bahncard) von Dresden nach Prag müssen Reisende jetzt mehr bezahlen. Los geht's bei 14,90 Euro (Super-Sparpreis), über 19,90 Euro (Sparpreis) bis hin zum Flexpreis, der bei rund 37 Euro liegt
Für eine einfache Fahrt (ohne Bahncard) von Dresden nach Prag müssen Reisende jetzt mehr bezahlen. Los geht's bei 14,90 Euro (Super-Sparpreis), über 19,90 Euro (Sparpreis) bis hin zum Flexpreis, der bei rund 37 Euro liegt  © Steffen Füssel

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